ETF-Handel: Die Nervosität steigt


23.10.18 16:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Italien und zum Teil enttäuschende Konzernergebnisse prägen laut Händler das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds, so die Deutsche Börse AG.

"Es ist viel Druck auf dem Kessel, das spüren wir verstärkt auch im ETF-Handel", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Mit rund 51.000 ETF-Transaktionen sei die vergangene Woche schon überdurchschnittlich gut gelaufen, wobei über alle Anlageklassen hinweg mit 56 Prozent noch die Zuflüsse vor allem zu marktbreiten Portfolios basiert auf dem MSCI World, S&P 500, MSCI Europe und EURO STOXX 50 dominiert hätten. Das große Interesse an ETFs setze sich gegenwärtig mit umgekehrten Vorzeichen fort. Abgestoßen würden vor allem Tracker großer Indices. Hinsichtlich der Abflüsse aus DAX-Produkten bemühe Mohr die technische Analyse. "Die Lage hat sich verschlechtert, der Trend zeigt gen Süden."

Italienische Banken seien laut Rick van Leeuwen besonders stark unter Druck. Die Finanzhäuser hätten fast die Hälfte der Verbindlichkeiten des Landes in ihren Büchern gehalten. Die jüngste Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagentur Moody’s könne die Finanzhäuser empfindlich treffen. Seit einigen Tagen verbuche der Händler von IMC Abflüsse von Fixed Income-Produkten im Allgemeinen sowie Schwellenländer-Bonds und in Euro geführten Unternehmensanleihen im Besonderen. Marktbreite Produkte, die sich am MSCI World, MSCI Japan, EURO STOXX 50 und MSCI Emerging Markets orientieren würden, seien bei den IMC-Kunden unterm Strich in den Depots gelandet.

ETFs mit europäischen Banken würden auch bei der UniCredit zu den Verlierern gehören. Oliver Kilian berichte von eindeutigen Abflüssen etwa aus Stoxx Europe 600 Banks- (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ, ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP) und EURO STOXX Banks-Produkten (ISIN FR0011645647 / WKN LYX0RL, ISIN DE0006289309 / WKN 628930). Nicht nur Italien spiele Analysten zufolge dabei eine Rolle, ein Urteil des obersten spanischen Gerichtshofs zugunsten der Bankkunden hinsichtlich anfallender Kreditgebühren habe in den vergangenen Tagen die Aktien zahlreicher Geldhäuser des Landes belastet.

Generell hätten sich ETF-Anleger laut Kilian unterm Strich von ihren europäischen Positionen verabschiedet. MSCI Europe-ETFs würden ebenso häufig abgestoßen wie EURO STOXX 50- und MSCI Europe-Tracker.

Die Bewegungen am japanischen Markt würden laut UniCredit das Interesse an entsprechenden Exchange Traded Funds schüren. Bei den Aktien-ETFs asiatischer Industrieländer verbuche Lenhart insgesamt Kaufüberhänge, wobei sich Anleger vor allem mit Topix-Produkten, gern auch mit Währungsabsicherung zum Euro, und MSCI Japan-ETFs (ISIN IE00B02KXH56 / WKN A0DK60, ISIN IE00B42Z5J44 / WKN A1C5E6) eingedeckt hätten. Japanische Aktien würden Analysten zufolge von der aktuell günstigen Bewertung und Gewinnentwicklung profitieren, die unter anderem durch die Abwertung des Yen befördert würde.

Der Trend hin zu US-Aktien setze sich Kilian zufolge fort, wenngleich die Zuflüsse nicht mehr ganz so üppig ausgefallen seien. "S&P 500- (ISIN FR0013041530 / WKN A14Z68, ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE0031442068 / WKN 622391, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53), MSCI USA- (ISIN IE00BJ0KDR00 / WKN A1XB5V, ISIN LU0274210672/ DBX1MU) and MSCI North America (ISIN IE00B14X4M10 / WKN A0J201, ISIN LU1437016543/ A2ATYS) würden trotz Phasen größerer Abflüsse mit leichtem Kaufüberhang gehandelt. Tracker breit aufgestellter Indices wie der MSCI World (ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH, ISIN IE00B0M62Q58/ A0HGV0) seien gesucht. "Die Zuflüsse verteilten sich auf viele Produkte."

Mit Blick auf die Branchen hätten europäische Technologieaktien bei der UniCredit die Liste der meist verkauften Werte angeführt. Zumeist verkauft würden TecDAX- und Stoxx Europe 600 Technology-ETFs. "Die europäische Technologiebranche besteht überwiegend aus Netzwerk- und Hardware-Anbietern", erkläre Kilian. Von europäischen Versicherern im Stoxx Europe 600 Insurance Index scheinen sich Anleger mehr zu versprechen. "Hier verbuchen wir überwiegend Käufe." Ebenso setze sich die Tendenz hin zu Energiewerten fort. Gefragt seien Indexfonds, die sich am Stoxx Europe 600 Oil & Gas Index orientieren würden.

Die Umsätze mit Rentenwerten beschreibe Kilian als eher durchschnittlich. Auffällig häufig hätten sich die UniCredit-Kunden von britischen Guilts im FTSE Actuaries Government Securities UK Gilts All Stock Index (ISIN IE00B1FZSB30 / WKN A0LGP9, ISIN LU1407892592 / WKN LYX0VW) und italienischen Staatsanleihen im Barclays Italy Treasury Bond Index (ISIN IE00B7LW6Y90 / WKN A1JXZH) getrennt. Auch von Kurzläufern des Landes (ISIN LU0613540268 / WKN DBX0HH) hätten sich Anleger zumeist verabschiedet. Positionen mit Euro-Papieren und im Deutsche Börse Eurogov Germany enthaltene deutsche Staatsanleihen (ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17) seien ebenfalls überwiegend raus gegangen.

Hochverzinsliche Unternehmensanleihen im Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE) kämen Kilian zufolge auf der Kaufseite zum Tragen. Gleichzeitig stünden Tracker des Barclays Capital Euro Corporate 1-5 Year Bond Index (ISIN IE00B4L60045 / WKN A0RPWQ) vermehrt zur Disposition. (23.10.2018/fc/a/e)





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