ETF-Handel: Lust auf deutsche Aktien


10.04.19 09:53
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit der aufgefrischten Hoffnung auf eine baldige Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China legten die internationalen Aktienbarometer in der vergangenen Woche zumeist den Vorwärtsgang ein, so die Deutsche Börse AG.

Der Deutsche Aktienindex habe mit über 4 Prozent deutlich hinzugewonnen und sei am Morgen mit 11.927 Punkten in den Tag gestartet. Ebenso komme der EURO STOXX 50 auf ein Plus von rund 2,2 Prozent. Diesem Positivtrend könnten ETF-Anleger scheinbar einiges abgewinnen, europäische Aktien lägen im Trend.

"Mit gut 59.000 ETF-Transaktionen hatten wir eine recht starke Woche", melde Christian Dürr. Über alle Anlageklassen hinweg überwögen bei der Commerzbank mit 53 Prozent die Zuflüsse.

Zwar dominierten mit Anteilen von 24 und 20 Prozent des Aktienaufkommens nach wie vor US-Werte sowie Portfolios mit globaler Ausrichtung das Geschehen. Auf Rang eins der meist gehandelten und in Summe gekauften Werte stünden S&P 500-Tracker, gefolgt von MSCI World-ETFs.

Der S&P 500 gehöre auch bei den Kunden der UniCredit zum beliebtesten Referenzindex. Oliver Kilian spreche von einem ausgeglichenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen.

DAX-Werte (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) kämen bei der Commerzbank immerhin auf ansehnliche 8 Prozent und belegten damit in der Kaufstatistik den dritten Platz. "Damit rutschten deutsche Bluechips in unserer Bestenliste wieder nach oben." Zudem interessierten sich ETF-Käufer besonders häufig für Aktien japanischer, chinesischer und britischer Herkunft. Auf die Brexit-Ereignisse reagierten Marktteilnehmer mittlerweile gelassen. "Mal schauen, wie es weitergeht." Vermutlich werde die Frist noch einmal verlängert.

"Ansonsten sind ETF-Investoren in Kauflaune", registriere Kilian. Anleger positionierten sich bevorzugt in europäischen Aktien mit regionalem Anstrich. Dazu gehörten EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) und MSCI Europe-Tracker (ISIN IE00B1YZSC51 / WKN A0MZWQ, ISIN LU1600334798 / WKN A2DQDG). DAX-Werte (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) und britische Aktien im FTSE 100 (ISIN IE0005042456 / WKN 552752, ISIN IE00B810Q511 / WKN A1JX54) landeten ebenfalls zumeist in den Depots.

Tobias Runkehl von IMC spreche von einem ausgeglichenen Bild im Handel mit Indexfonds, die sich am EURO STOXX 50 (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) orientieren würden. Das gelte auch für Tracker des STOXX Europe 600. "Hier hatten wir auf beiden Seiten gut zu tun."

Kleine und mittelgroße Unternehmen aus Deutschland und Europa rückten in der Anlegergunst nach vorn. Runkehl melde reges Interesse und überwiegend Käufe von MDAX- und MSCI Europe Small Cap-Produkten (ISIN LU0322253906 / WKN DBX1AU). Letztere würden auch bei Kilian zu den meist gehandelten und in Summe gekauften Werten gehören. Per Saldo abgegeben würden hingegen Produkte, die sich am MSCI EMU ex Controversial Weapons Index orientieren würden.

Im Segment "Entwickeltes Asien" sehe Kilian insgesamt Kaufinteresse, wobei sich Anleger auffällig häufig auf MSCI Japan-ETFs (ISIN IE00B4L5YX21 / WKN A0RPWL, ISIN LU0136240974 / WKN 794361, ISIN LU0274209740 / WKN DBX1MJ) fokussierten. Nach Verlusten in 2018 komme der zugrunde liegende Index seit Jahresbeginn auf ein Plus von knapp 9 Prozent. Von Zuspruch für japanische Aktien berichte auch Runkehl und ergänzt die Liste der gesuchten MSCI Japan-Produkte (ISIN LU1781541252 / WKN LYX0YC, ISIN IE00B53QDK08 / WKN A0YEDV).

Über einen eindeutigen Trend hin zu global aufgestellten Portfolios informiere Kilian. Auffällig häufig griffen die UniCredit-Kunden bei MSCI zu World-ETFs (ISIN LU1437016972 / WKN A2ATYV, ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0, ISIN FR0010315770 / WKN LYX0AG) mit seinen über 1.600 Aktien aus 23 Industriestaaten zu.

Den Handel mit Anleihen- und Sektor-ETFs würden die Händler als eher unauffällig beschreiben. Käufen von US-Treasuries mit kurzer Laufzeit stünden Abgaben von Langläufern gegenüber, wie Dürr anmerke. In Euro geführte Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index seien auf beiden Seiten gefragt.

Kilian führe sieben- bis zehnjährige US-Staatsanleihen (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) auf der Abgabenseite. Tracker des Bloomberg Barclays US Mortgage Backed Securities Index (ISIN KYG0501C1006 / WKN A2AGYP) kämen gut an und seien per Saldo gesucht. Das gelte auch für italienische Kurzläufer (ISIN LU0613540268 / WKN DBX0HH). (Ausgabe vom 09.04.2019) (10.04.2019/fc/a/e)





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