ETF-Handel: Lust auf chinesische Aktien


26.09.18 10:10
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die leichten Erholungen an den Börsen scheinen ETF-Anleger sowohl zum Ein- als auch Ausstieg zu nutzen, so die Deutsche Börse AG.

Händler würden von überwiegendem Interesse insbesondere an Indexfonds mit europäischen und US-Standardwerten berichten. "Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen bei uns mit 56 Prozent die Zuflüsse", melde Carsten Schröder von der Commerzbank, der mit gut 40.000 ETF-Trades auf eine ansehnliche Woche blicke. Mit einem Anteil von 87 Prozent spiele die Musik allem voran im Aktiensegment.

An der Wall Street und den europäischen Aktienmärkten sei es bis zum Inkrafttreten neuer gegenseitiger Strafzölle zwischen den Vereinigten Staaten und China zumeist bergauf gegangen. EURO STOXX 50 und DAX hätten auf Wochensicht gut 2,5 Prozent hinzugewonnen, der MSCI Europe habe mit 2,4 Prozent eine ähnliche Aufwärtsbewegung hingelegt. S&P 500 und Dow Jones Industrial hätten 0,8 und 2,2 Prozent im Plus geschlossen. Dem DAX sei es dabei gelungen, an wichtige technische Hürden heran zu anzulaufen, wie Schröder anmerke.

S&P 500-Werte würden in der ETF-Bestenliste der Commerzbank sowohl kauf- als auch verkaufsseitig ganz klar Rang eins belegen, gefolgt von EURO STOXX 50-Werten. "Anleger positionierten sich zu Zweidrittel in Indexfonds mit US-Aktien", spezifiziere Schröder. Zusammen genommen kämen Produkte mit Unternehmen aus den USA auf einen außergewöhnlich hohen Anteil von 29 Prozent am ETF-Gesamtaufkommen. Zum Vergleich machten Europa und der Euroraum etwa 14 bzw. 13 Prozent und Aktienprodukte mit globaler Ausrichtung rund 12 Prozent des ETF-Geschäfts aus.

Ein ähnliches Bild zeichne Tobias Runkehl. "Investoren zeigen großes Interesse an Aktien aus Europa und den USA", beschreibe der IMC-Händler das Gros des Geschäfts. Tracker bedeutender Indices - dazu gehörten S&P 500, NASDAQ, MSCI Emu (ISIN FR0010655696 / WKN A0REJM), MSCI Europe - stünden allesamt zumeist auf den Einkaufslisten.

Nach dem Zuspruch der vergangenen Monate trennten sich Anleger gegenwärtig tendenziell von ihren Smart Beta-Positionen. Überwiegend aus den Depots raus kämen zum Beispiel Portfolios, die sich am BNP Paribas Equity Momentum Europe Index (ISIN LU1377382012 / WKN A2AL30), MSCI Europe Enhanced Value Index (ISIN IE00BQN1K901 / WKN A12DPP) und MSCI Europe Minimum Volatility Index (IE00B86MWN23/ WKN A1J783) orientieren würden.

"Die Sommerpause ist vorbei, es ist wieder einiges los", beschreibe Oliver Kilian von der UniCredit das ETF-Geschehen. Dabei spiele die Musik klar auf der Aktienseite. Neben S&P 500-Tracker (ISIN FR0013041530 / WKN A14Z68, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53) kämen bei Kilians Kunden europäische Werte im MSCI Emu (ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX, ISIN IE00B910VR50 / WKN A1KBQ3) besonders gut an. "Bei beiden dominieren die Zuflüsse." In geringerem Umfang würden MSCI Europe-Tracker gekauft.

Japanische Unternehmen seien bei den Kunden der UniCredit ein Thema. Kilian spreche von einem eindeutigen Trend weg von japanischen Aktien etwa im Nikkei 400 mitten in einer Aufwärtsbewegung. Der Index sei vergangene Woche von 15.303 auf 16.133 Punkte geklettert. Das entspreche einem Plus von über 5 Prozent. MSCI Japan-ETFs stünden ebenfalls unterm Strich zur Disposition.

Nach Verlusten des CS300 und Hang Seng China Enterprise (HSCEI) von über 20 Prozent im Jahresverlauf scheinen Anleger in chinesischen Aktien wieder Aufwärtspotenzial zu erkennen, so die Deutsche Börse AG. Kilian spreche von Kaufinteresse an Emerging Markets-Aktien im Allgemeinen und Zuflüssen zu MSCI China-, CS300- (ISIN LU0875160326 / WKN DBX0NK) und HSCEI-ETFs im Besonderen. Nach Auffassung vieler Analysten seien chinesische Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von durchschnittlich elf derzeit besonders günstig. An indischen Aktien im MSCI India und koreanischen Werten im MSCI Korea fänden Investoren per Saldo ebenfalls Gefallen. Auf überschaubarem Niveau kämen zudem MSCI Pakistan-Tracker überwiegend zum Tragen.

Der Bereich Fixed Income spiele bei der UniCredit anders als üblich eine untergeordnete Rolle. Zu den beliebtesten Einzelwerten auf der Kaufseite zähle Kilian drei- bis fünfjährige Staatsanleihen der Euro-Länder, die sich an der Entwicklung des Barclays Euro Government Bond 5 year Term Index (ISIN IE00B1FZS681 / WKN A0LGP6) orientieren würden. Anleger deckten sich zudem unterm Strich mit Anleihen von Schwellenländern in lokaler Währung (ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV, ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV) ein.

Die Kunden der Commerzbank würden sich Schröder zufolge von ein- bis dreijährigen Euro-Staatsanleihen (ISIN IE00B14X4Q57 / WKN A0J205) ebenso wie von Unternehmensanleihen (ISIN IE00B3F81R35 / WKN A0RGEP) trennen, die in der Gemeinschaftswährung geführt würden. (Ausgabe vom 25.09.2018) (26.09.2018/fc/a/e)





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