ETF-Handel: "In Lauerstellung"


06.01.15 16:44
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ruhe ist ETF-Händlern zum Jahresauftakt nicht vergönnt, so die Deutsche Börse AG.

"Es ist erstaunlich viel los", melde Sascha Cronemeyer von der Commerzbank. Auch Marco Salaorno von der Société Générale berichte von regen Handelsaktivitäten. "Das liegt auch an Reallokationen zu Jahresbeginn."

Das sei aber nicht alles, es gebe auch schon richtig viel Bewegung an den Märkten: Der DAX sei mit deutlichen Verlusten ins neue Jahr gestartet: Am Dienstagmittag notiere der Index bei 9.515 Punkten, am Vormittag seien es zwischenzeitlich weniger als 9.400 Zähler gewesen. Das seien 400 Punkten weniger als zum Jahresschluss vor einer Woche gewesen.

Vor allem die wieder hochkochenden Diskussionen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone würden für Unsicherheit sorgen, außerdem verliere der Euro zunehmend an Wert, und der Ölpreis falle immer weiter: Die Notierung für die US-Sorte WTI sei jetzt sogar unter 50 US-Dollar gerutscht. "Es gilt wieder 'risk off'", kommentiere Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank: Alles, was als riskant gelte, werde abgeben. Von Panik könne man allerdings nicht sprechen. "Anleger sind vielmehr in Lauerstellung."

Nichtsdestotrotz stünden der Deutschen Bank zufolge DAX-, EURO STOXX 50- und S&P-Tracker auf den Abgabelisten. "Wobei es am Montag bei DAX-ETFs durchaus auch einige Käufer gab", ergänze Kleefeld. Auch Salaorno beobachte Abflüsse aus europäischen und US-amerikanischen Aktien.

Hohe Abgaben gebe es zudem bei japanischen Titeln. "Da sehen wir hohe Volumen." Auch in Japan sei es abwärts gegangen, am heutigen Dienstag sei der Nikkei 225 um über 3 Prozent auf 16.883,19 Zähler gefallen. Bei der Commerzbank heiße es in dieser Woche ebenfalls: Heraus aus Aktien. Betroffen sei besonders der iShares Stoxx Europe 600. In den letzten Handelstagen 2014 sei der Trend noch heraus aus Europa in Richtung USA gegangen, meine Cronemeyer, jetzt werde querbeet verkauft.

ETFs mit US-Aktien seien zuletzt vergleichsweise rege gehandelt worden, wie die Umsatzstatistik der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage zeige, besonders der iShares S&P 500, der iShares Core S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG), der iShares Dow Jones Industrial Average und, mit dem iShares S&P 500 Euro Hedged, die währungsgesicherte Variante.

Eins sei klar: Von griechischen Aktien wolle angesichts der "Grexit"-Diskussionen niemand mehr etwas wissen. Der Lyxor FTSE Athex 20 (ISIN FR0010405431 / WKN LYX0BF), der einzige an der Börse Frankfurt handelbare ETF, der den griechischen Aktienmarkt abbilde, fliege Salaorno zufolge aus den Portfolios. "Am Gesamthandel macht das aber nicht viel aus." Auf Monatssicht habe der Indexfonds 28 Prozent an Wert verloren, auf Sicht von einem Jahr würden Anleger sogar auf Verlusten von 38 Prozent sitzen.

Schwellenländeraktien würden bei der Deutschen Bank tendenziell abgegeben. Bei der Société Générale sei das Bild ausgeglichen: Der breit aufgestellte Lyxor MSCI Emerging Markets und der Lyxor China Enterprise (ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R) würden ge- und verkauft. Die festlandchinesischen Aktien, die bereits 2014 zu den Top-Performern weltweit gehört hätten, würden von dem Abwärtssog bislang verschont bleiben. Mit dem db x-trackers CSI 300 (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2) hätten Anleger in den vergangenen vier Wochen 17 Prozent gewonnen, seit sechs Monaten seien es sogar 81 Prozent.

Im Handel mit Sektoren-ETFs würden sich, wieder einmal, Banken-Indexfonds umsatzstark präsentieren, allen voran der iShares Euro Stoxx Banks, Kleefeld zufolge würden Zuflüsse dominieren.

Salaorno beobachte Abgaben von ETFs mit Aktien der Telekommunikationsbranche (ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R; ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1).

Für die vergangenen fünf Handelstage, die sich wegen der Feiertage bis auf die Zeit vor Weihnachten erstrecken würden, melde die Commerzbank unter anderem Verkäufe von Grundstoff-ETFs. Diese würden derzeit stark unter dem Ölpreisverfall leiden, etwa komme der iShares Stoxx Europe 600 Basic Resources auf Sechsmonatssicht auf ein Minus von 17 Prozent.

Gesucht sei hingegen wieder einmal alles, was als sicher gelte. "Heute haben wir große Anfragen nach Renten-ETFs", bemerke Cronemeyer. Anleger hätten sich auf mittlere und längere Laufzeiten konzentriert.

Bei der Deutschen Bank würden unterdessen vor allem kürzer laufende deutsche Staatsanleihen wie der db x-trackers II iBoxx Germany 1-3 und der Lyxor iBoxx Germany 1-3Y ziehen. Gesetzt werde Kleefeld zufolge auch wieder auf Geldmarktprodukte (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN). "Wobei das angesichts der niedrigen Verzinsung schon wundert", kommentiere der Händler. Salaorno habe durchaus auch Positionierungen bei Höherverzinslichem festgestellt, zum Beispiel mit dem iShares US-Dollar High Yield Corporate Bond. Der bilde risikoreichere, auf US-Dollar lautende Unternehmensanleihen ab. (06.01.2015/fc/a/e)





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