ETF-Handel: In Japan lockt ein Siebenjahreshoch


04.11.14 15:26
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Es herrscht wieder Kauflaune am ETF-Markt; so die Deutsche Börse AG.

Die Wogen an den Finanzmärkten hätten sich längst geglättet, seit dem Tief Mitte Oktober habe der DAX rund 1.000 Punkte zugelegt. "Bei den üblichen Allokationen zu Monatsanfang haben sich die Anleger gestern ganz klar bullish gezeigt", berichte Marco Salaorno von der Société Générale. Auch bei der Commerzbank hätten wieder die Zuflüsse überwogen: "Vergangene Woche standen 54 Prozent Käufe 46 Prozent Verkäufen gegenüber", melde Andreas Bartels.

Die Händler würden von weiterhin überdurchschnittlichem Handelsaufkommen berichten, der ganz große Ansturm sei aber offenbar vorbei. "Von einem drastischen Einbruch der Umsätze kann man allerdings sicher nicht sprechen, wir hatten gestern einen richtig guten Start in den neuen Monat", bemerke Salaorno. Das sehe Jörg Sengfelder von Flow Traders ähnlich: "Es ist immer noch sehr, sehr viel los."

Derzeit drehe sich fast alles um Aktien und hier vor allem um die aus Industrieländern. Salaorno melde Zuflüsse in Tracker (ISIN IE0031442068 / WKN 622391, ISIN FR0007054358 / WKN 798328) von S&P 500, EURO STOXX 50 und MSCI Europe. In Sengfelders Orderbüchern würden Anleger bei MSCI Europe, S&P 500 und DAX einsteigen, sich hingegen von solchen verabschieden, die Länder der europäischen Peripherie (ISIN LU0274212538 / WKN DBX1MB) oder bestimmte Schwellenländer wie Indien oder Taiwan abbilden würden.

Händler der Commerzbank würden zu Anfang der Woche noch Käufe von DAX-ETFs beobachten, dann hätten Anleger Gewinne mitgenommen. "Ab 9.200 Punkten mehrten sich die Abgaben", konkretisiere Bartels. Außerdem, wie auch bei Flow Traders, hätten sich Anleger von EURO STOXX-ETFs getrennt.

In Indexfonds, die den US-Markt nachzeichnen würden, hätten Zuflüsse dominiert. Bartels berichte: "Beim MSCI USA (ISIN LU0136234654 / WKN 794358, ISIN LU0392495700 / WKN ETF120) und S&P 500 hatten wir nur Käufe."

Etwas weniger gehandelt worden seien inverse (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS) und gehebelte Produkte (ISIN LU0252634307 / WKN LYX0AD), die üblicherweise gerade in Zeiten hoher Volatilität stark nachgefragt seien.

Dass in Japan der Geldhahn mit zusätzlichen Anleihekäufen nochmals kräftig aufgedreht werde, wie die japanische Notenbank am Freitag angekündigt habe, habe den japanischen Aktienmarkt haussieren lassen. Der Nikkei 225 sei heute Morgen zum ersten Mal seit 2007 wieder über die Marke von 17.000 Punkten gesprungen. An ETF-Anlegern gehe das nicht unbemerkt vorüber, zugegriffen werde etwa im iShares MSCI Japan Euro Hedged. "Es wird alles gekauft", erkläre Sengfelder (ISIN FR0010245514 / WKN A0ESMK). Auch Salaorno berichte von "großen Käufen". Der db x-trackers MSCI Japan habe einen großen Satz nach oben gemacht und sei am gestrigen Montag auf den höchsten Stand seit sieben Jahren geklettert.

Wieder etwas angestiegen sei die Nachfrage nach brasilianischen Aktienpaketen (ISIN FR0010408799 / WKN LYX0BE, ISIN IE00B4MYWN47 / WKN A1C7N6, ISIN FR0010821793 / WKN A0YF2U, ISIN IE00B5W34K94 / WKN A1C195), nachdem der Markt von Sao Paulo nach der Wiederwahl der Präsidentin Rousseff vor gut einer Woche eingebrochen sei.

Im Handel mit Branchen-Indexfonds hätten wieder einmal Banken-ETFs im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Obwohl die Bankenstresstests der EZB, deren Ergebnisse vor anderthalb Wochen bekannt gegeben worden seien, wenig überrascht hätten, hätten die Kurse der meisten Banken nachgegeben. "Bei uns überwogen ganz klar die Verkäufe", bemerke Bartels. Offenbar gebe es aber auch Investoren, denen der Kursrückgang zu weit gegangen sei, Sengfelder berichte jedenfalls von einem klaren Käuferüberhang.

Ein großes Thema sei daneben auch der niedrige Ölpreis, der sich mittlerweile auch an den Tanksäulen bemerkbar mache. ETFs, die die Öl- und Gasbranche abbilden würden, seien rege gehandelt worden, etwa der iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas, der auf den Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangene Woche ungewöhnlich weit oben stehe. Der ETF habe seit Sommer stark an Wert verloren, auf Sicht von drei Monaten sei ein Minus von 11 Prozent zu verzeichnen.

In den Portfolios würden laut Société Générale zudem weiterhin an die Immobilienbranche gekoppelte Indexfonds landen. "Die sind richtig gut gelaufen", bemerke Salaorno. Als Beispiele nenne er den iShares STOXX Europe 600 Real Estate, den Lyxor FTSE EPRA/NAREIT Global Developed und den iShares US Properties High Yield. Der Letztere komme etwa für die vergangenen sechs Monate auf ein Plus von 20 Prozent.

Weniger eindeutig sei das Bild im Bereich der Renten-ETFs. "Die Musik spielt ohnehin in Aktien", kommentiere Salaorno. Bei der Commerzbank seien deutsche Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten abgestoßen und europäische Staatsanleihen nachgefragt worden. "Anleger schauen wieder nach mehr Rendite, riskantes Hochverzinsliches ist aber noch nicht wieder angesagt", erläutere Bartels. Sengfelder zufolge stünden langlaufende europäische Staatsanleihen (ISIN FR0010411439 / WKN LYX0BK, ISIN FR0010411413 / WKN LYX0BJ), globale Anleihen (WKN A0RM43) und Staatsanleihen (ISIN LU0975326215 / WKN DBX0PF) aus der Eurozone mit hoher Bonität auf den Einkaufslisten, kurze Laufzeiten und hochverzinsliche US-Unternehmensanleihen (ISIN DE000A1J0ZA1 / WKN A1J0ZA) hingegen auf den Verkaufslisten. (04.11.2014/fc/a/e)





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