ETF-Handel: Erst abwägen, dann entscheiden


17.04.18 21:34
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Syrienkonflikt, drohender Handelskrieg zwischen den USA und China - schlechte Nachrichten gibt es derzeit zu genüge, so die Deutsche Börse AG.

Die Börsen würden sich dennoch stabil bis freundlich zeigen. Aktuell seien Anleger erleichtert, dass trotz Militärschläge der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen Ziele in Syrien eine Eskalation ausgeblieben sei. Noch vor drei Wochen sei der DAX unter 11.800 Punkte gefallen, am Dienstagmorgen seien es 12.450 Zähler. Auch der Dow Jones habe mit 24.708 Punkten am gestrigen Montag wieder deutlich über dem Tief von 23.533 vom März geschlossen.

Die ETF-Umsätze seien den Händlern zufolge allerdings eher rückläufig. "Bei uns ist es im Vergleich zu den ersten Wochen des Jahres ruhiger geworden", bemerke Rick van Leeuwen von IMC Financial Markets. "Offenbar warten viele ab, wie sich der Markt weiter entwickelt." Auch Florian Lenhart von der Unicredit Group zufolge sei derzeit nicht viel los. Frank Mohr von der Commerzbank melde unterdessen "ordentliche" Umsätze, konkret knapp 39.000 Transaktionen vor die Vorwoche.

Eine klare Tendenz fehle. Einigkeit herrsche allenfalls darüber, dass der DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) derzeit kein Thema sei und eher auf die USA oder die ganze Welt geblickt werde. Mohr berichte von einem Käuferüberhang in MSCI World-Trackern, S&P 500-, EURO STOXX-, DAX- und Emerging Markets-ETFs seien hingegen eher abgegeben worden. Auch Lenhart sehe EURO STOXX-Indexfond klar auf den Abgabelisten, gekauft würden hingegen S&P 500-ETFs und britische Aktien, die Letzteren oft auch mit Währungs-Hedge.

"US-Aktien wurden erst gekauft, jetzt auch verkauft, europäische Aktien verkauft, nun auch manchmal gekauft", erkläre van Leeuwen. Als Beispiel für gesuchte US-Indices nenne er den NASDAQ. Der habe sich zuletzt etwas erholen können, sei mit aktuell 6.730 Punkten von seinem Allzeithoch bei 7.186 Punkten Anfang März aber noch weit entfernt.

Zuflüsse beobachte Mohr in Russland-Trackern. "Die niedrigen Kurse werden offenbar für einen Einstieg genutzt", meine der Händler. Indices wie der RTS, der Micex und der MSCI Russia hätten nach Bekanntgabe der neuen Russland-Sanktionen vor anderthalb Wochen kräftig Federn gelassen. So sei der in US-Dollar notierende RTS am vergangenen Montag um über 12 Prozent abgestürzt, der in Rubel notierende Micex um 9 Prozent.

Auch im Handel mit Branchen-Indexfonds würden klare Favoriten fehlen. Laut Commerzbank seien Technologie-, Energie-, Finanzdienstleister- und Banken-ETFs gesucht gewesen, abgegeben worden seien hingegen ETFs, die die Gesundheitsbranche abbilden würden. Bei der Unicredit hätten Anleger auf Öl- und Gas-ETFs gesetzt, während Finanzdienstleister aus den Portfolios geflogen seien, etwa mit dem SPDR MSCI Europe Financials.

Ebenfalls ohne eindeutige Richtung präsentiere sich der Handel mit Anleihen-ETFs. Lenhart berichte von Zuflüssen, zugegriffen werde etwa im iShares Euro Government Bond 0-1yr, der kurzlaufende europäische Staatsanleihen abbilde, und im iShares JP Morgan EM Local Government Bond, der sich auf Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung beziehe.

Van Leeuwen melde Käufe von europäischen High Yield-Unternehmensanleihen. Kunden der Commerzbank hätten sich von kurzlaufenden Anleihen getrennt, etwa mit dem Pimco Euro Short Maturity Source, und sich in europäischen Staatsanleihen mit mittleren Laufzeiten sowie Unternehmensanleihen positioniert.

Wie der ETF-Anbieter Lyxor melde, seien im März die Nettomittelzuflüsse am europäischen ETF-Markt stark zurückgegangen, und zwar von 7,9 Milliarden Euro im Februar auf 992 Millionen - Lyxor spreche von einer "Verschnaufpause" nach dem starken Jahresauftakt. In Aktien-ETFs seien im März netto insgesamt 1,3 Milliarden Euro geflossen. Anleger hätten sich von europäischen Aktien getrennt. US-Aktien und solche aus Emerging Markets seien hingegen gekauft worden. Im Rentenbereich sei es erstmals seit Ende 2016 wieder zu Abflüssen gekommen: Insgesamt 334 Millionen Euro seien aus Anleihe-ETFs abgezogen worden. Stark hätten sich die Abflüsse aus Unternehmensanleihen-ETFs ausgewirkt. (17.04.2018/fc/a/e)





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