ETF-Handel: Britische Nebenwerte überzeugen


07.09.16 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ferienzeit neigt sich offenbar so langsam dem Ende zu, so die Deutsche Börse AG.

Das mache sich laut Händlern im ETF-Geschäft bemerkbar. "Für eine Handelswoche mit eigentlich nur 3,5 Tagen hatten wir mit rund 22.000 ETF-Trades gut zu tun", beschreibe Carsten Schröder, der den britischen Feiertag am Montag und die Wartezeit bis zur Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag außen vorlasse. Über alle Anlageklassen hinweg überwögen mit etwa 60 Prozent die Zuflüsse. "Wobei sich bei Aktien-ETFs das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen in etwa die Waage hält", melde der Commerzbank-Händler.

"Bei uns war die vergangene Woche zweigeteilt", berichte Marco Salaorno von der Société Générale. "Nachdem Anleger bis einschließlich Mittwoch tendenziell beide Seiten spielten, standen Donnerstag und Freitag insbesondere bei Aktienportfolios der entwickelten Staaten Käufe im Vordergrund."

ETF-Investoren seien nach den unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktdaten und damit einhergehenden Spekulationen über eine mögliche Vertagung der US-Zinserhöhungen auf den Zug steigender Aktienkurse in Nordamerika und Europa aufgestiegen. Neben DAX- (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06; ISIN DE000A0X8994 / WKN A0X899) und EURO STOXX 50-Tracker (ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET; ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) seien Salaorno zufolge italienische Standardwerte beispielsweise im S&P MIB Index (ISIN FR0010010827 / WKN A0BLNG) besonders häufig zum Zuge gekommen.

Zum Wochenende hin hätten sich die Kunden Société Générale im Übrigen gern mit britischen Firmen aus der zweiten Reihe eingedeckt, wie Salaorno beobachte. Dabei käme ein Indexfonds auf den FTSE 250-Index (ISIN nicht bekannt/ WKN A0C855) besonders häufig zum Tragen. "Die in den vergangenen Tagen veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus Großbritannien kamen für viele als eine positive Überraschung", begründe der Händler die anziehende Nachfrage. Der FTSE 250 habe nach dem EU-Ausstiegs-Votum zunächst bis auf unter 15.000 Punkte verloren und notiere bei einem Stand von über 18.000 Punkten mittlerweile wieder nahe seinem Allzeithoch.

Den Auftakt in die neue Handelswoche nenne Salaorno eher ruhig. "US-Feiertage wie der gestrige 'Labor Day' machen sich bei uns in der Regel bemerkbar", erkläre Salaorno. Seit Montag stünden bei DAX- und EURO STOXX 50-Werten tendenziell Gewinnmitnahmen im Vordergrund.

Für Dag Rodewald von der UBS habe die derzeitige Anleger-Zurückhaltung viel mit dem am kommenden Donnerstag anstehenden EZB-Zinsentscheid zu tun. "Alle warten auf die Rede von Herrn Draghi", meine der Händler. Die Mehrzahl der Analysten ginge mittlerweile von einer zeitlichen Ausweitung des bestehenden Anleihen-Kaufprogramms über den März 2017 hinaus aus. "Die Ankündigung könnte noch in dieser Woche kommen."

In Rodewalds Umsatzstatistik belege einmal mehr ein Produkt mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit einen vorderen Rang. Überwiegend gekauft würden beispielsweise Aktien im MSCI North America Socially Responsible Index (ISIN LU0629460089 / WKN A1JA1S). Ethische Faktoren würden Rodewald zufolge nicht nur bei Verwaltern von Kirchen- und Stiftungsvermögen in steigendem Maße eine Rolle spielen. Auch Versicherungen oder andere große Vermögensverwalter hätten mittlerweile Wert auf Nachhaltigkeit bei ihren Investments gelegt. "Das Thema ist ohne Zweifel spannend."

ETFs mit Schwellenländer-Aktien würden nach Beobachtung von Salaorno weiterhin auf reges Interesse stoßen. Breit aufgestellte Portfolios etwa im MSCI Emerging Markets (ISIN FR0010959676 / WKN A1C9B1; ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX) und MSCI EM Asia würden zwar in beide Richtungen gehandelt. "In Summe überwiegen aber die Käufe." Ebenso seien russische Aktien im Dow Jones Russia Index (ISIN FR0010326140 / WKN LYX0AF) und lateinamerikanische Unternehmen im MSCI EM Latin America Index (ISIN FR0010410266 / WKN LYX0B0) unterm Strich in den Anlegerdepots gelandet.

Bei den Kunden der Commerzbank stünden taiwanesische Aktien im MSCI Taiwan Index (ISIN IE00B0M63623 / WKN A0HGWE) mehrheitlich zur Disposition, wie Schröder beschreibe. Mit Blick über den Atlantik hätten sich seine Kunden zudem von Konzernen im S&P 500 Minimum Volatility Index (ISIN IE00B6SPMN59 / WKN A1J784) getrennt.

Das Geschäft mit Renten-ETFs beschreibe Schröder als ansehnlich und mit einem Anteil von 29 Prozent am gesamten ETF-Aufkommen als überrepräsentiert. Anleger hätten verstärkt auf deutsche Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen drei und fünf (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20) sowie fünf und zehn Jahren (ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17) gesetzt. "In der gesamten Anlageklasse dominierten die Zuflüsse."

Auch Salaorno spreche von Zuspruch für Staatsanleihen aufstrebender Länder im JPMorgan USD Emerging Markets Bond Fund (ISIN IE00B2NPKV68 / WKN A0NECU). Insgesamt hätten bei Renten-Produkten aber die Abgaben dominiert. Anleger hätten sich per saldo von ihren in US-Dollar notierten Unternehmensanleihen (ISIN IE0032895942 / WKN 911950) ebenso wie von ihren Corporate Bonds im Markit iBoxx Eur Liquid Corporates getrennt. Bei Schwellenländer-Bonds im iBoxx USD Liquid Emerging Market Sovereigns Index (ISIN FR0010967323 / WKN LYX0L0) überwögen ebenfalls die Abflüsse. (Ausgabe vom 06.09.2016) (07.09.2016/fc/a/e)






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