ETF-Handel: Blick über den Teich


16.03.16 09:46
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Bislang präsentiert sich der März am Aktienmarkt überwiegend von seiner stürmischen Seite, so die Deutsche Börse AG.

Unter untertägigen Schwankungen von 500 Punkten rund um die EZB-Entscheidung habe der DAX seit Monatsbeginn etwa 2 Prozent gutgemacht.

Entsprechend aktiv würden Anleger agieren, die an den deutschen Aktienindex (ISIN FR0010588210 / WKN A0YEDX, ISIN FR0010377028 / WKN LYX0BT) und an den EURO STOXX 50 laut gekoppelte ETFs hin und her handeln würden. "Mit 31.000 Trades sind unsere Umsätze im Bereich Exchange Traded Funds in der vergangene Woche ganz ordentlich", melde Frank Mohr. Als mit 26 Prozent ungewöhnlich hoch bezeichne der Händler der Commerzbank den Anteil von Renten-ETFs.

"Insbesondere nach dem Zinsentscheid der europäischen Notenbank interessierten sich Anleger stärker für Produkte aus dem Corporate Bond-Bereich." Für ein Mehr an Rendite gäben sich Investoren zuweilen mit einer Bonität unterhalb des Investment Grade der enthaltenen Unternehmen zufrieden.

Stellvertretend für das gesamte Anbieterspektrum nenne Mohr den iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C2NE), der sich am Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index orientiere. "Hier überwogen ganz klar die Käufe." Generell habe die höhere Nachfrage nach Unternehmensanleihen zur Ausweitung der Spreads geführt. "Ein ETF ist immer auch das Abbild des getrackten Index, dessen Bestandteile bei größerer Beliebtheit schwerer zu handeln sind", erkläre Mohr.

Marco Salaorno bestätige den Trend nach mehr Rendite in der Anlageklasse der festverzinslichen Wertpapiere. Neben Indexfonds auf Emerging Market Bonds (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT) kämen bei den Kunden der Société Générale indes auch bonitätsstarke Unternehmensanleihen besonders häufig zum Tragen. Etwa lande der iShares Euro Corporate Bond Large Cap (ISIN DE0002511243 / WKN 251124), der aus 40 Unternehmensanleihen mit Investment-Grade bestehe, verstärkt in den Depots. Langlaufende Staatsanleihen der EU-Länder wie etwa der iShares EUR Government Bond 15-30yr würden dem Händler zufolge in Summe abgestoßen.

Eine Tendenz weg von US-Aktien aus der zweiten Reihe hin zu US-amerikanischen Standardwerten mache Salaorno aus. Tracker des S&P 400 US Mid Cap Index (ISIN:IE00B4YBJ215/ WKN A1JSHV) und ETFs, die an den Russell 2000 (ISIN IE00BJZ2DC62 / WKN A1XEJS) gekoppelt seien, würden seit Wochenbeginn verstärkt abgestoßen. Stattdessen hätten ETF-Anleger bevorzugt auf Bluechips im marktbreiten S&P 500 (ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53) gesetzt. "Hier waren die Produkte sämtlicher Emittenten gefragt."

Starkes Interesse bestehe Mohr zufolge am gesamten Finanzsektor. Zu den meist gehandelten ETFs gehöre bei der Commerzbank beispielsweise der Source EURO STOXX Optimised Banks ETF, der sowohl ge- als auch verkauft worden sei. "Die Branche steht in der vergangenen Woche für rund 45 Prozent unserer Umsätze mit Sektor-ETFs." Rang zwei hätten Tracker der Energieindustrie belegt, die unterm Strich abgestoßen worden seien.

Mit Blick auf europäische Banken (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) registriere Salaorno einen besonders bewegten Handel in beide Richtungen mit einem leichten Kaufüberhang. "Auslöser war vermutlich Mario Draghi."

Hin und her gehe es bei ETFs mit Aktien der Grundstoffe-Industrie. "Investoren, die frühzeitig zum Beispiel beim iShares STOXX Europe 600 Basic Resources eingestiegen sind, haben einen guten Schnitt gemacht", begründe Salaorno die Gewinnmitnahmen. Immerhin habe sich der Wert seit Januar von unter 20 auf zwischenzeitlich bis 30 Euro erholt, derzeit stehe der Kurs bei 26,44 Euro.

Nachdem Schwellenländer-Investments in der Vorwoche bei der Société Générale wieder ein Thema gewesen seien, habe das Interesse etwa an MSCI Emerging Markets-ETFs mittlerweile in der Breite Gewicht gewonnen, wie Salaorno melde. "Mehr Kunden wenden sich dem Thema zu." (Ausgabe vom 15.03.2016) (16.03.2016/fc/a/e)