ETF-Handel: Blick auf Europa


13.12.17 09:27
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Fortschritte im Verhandlungspoker über die Trennungsmodalitäten zwischen Europäischer Union und Großbritannien sowie eine sich anbahnende Einigung über Steuererleichterungen in den Vereinigten Staaten sorgen für Bewegung an den Aktienmärkten, so die Deutsche Börse AG.

DAX und EURO STOXX 50 hätten seit Anfang vergangener Woche fast 2 Prozent zugelegt. Vor diesem Hintergrund würden Händler von einem aktiven Handel mit Exchange Traded Funds sprechen. "Knapp 35.000 Trades sind sehr ordentlich", berichte Andreas Bartels. "Auch die zugehörigen Volumina können sich sehen lassen." Seit Wochenbeginn lasse die Dynamik an den Börsen zwar tendenziell nach. Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank möchte sich kaum ein Marktteilnehmer zu weit aus dem Fenster lehnen, wie die Helaba begründe. "Dennoch ist die ETF-Nachfrage weiterhin gut", melde der Händler der Commerzbank.

Der Anlegerfokus liege mit 90 Prozent klar auf Aktien. Allen voran hätten bei Bartels Kunden europäische Werte besonders häufig auf der Kaufseite überzeugt. Dabei kämen EURO STOXX 50-Produkte (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) ebenso zum Zuge wie EURO STOXX 600-Tracker (ISIN DE0002635307 / WKN 263530, ISIN LU0378434582 / WKN ETF060). Zu den meist gehandelten Produkten hätten zudem Indexfonds gehört, die sich am MSCI Europe orientieren würden. "Hier überwogen ebenfalls die Zuflüsse." Bemerkenswert nenne Bartels die nahezu ausschließliche Abkehr von Schweizer Standardwerten. Betroffen seien Tracker des Swiss Leader Index (ISIN LU0322248146 / WKN DBX1AA) und Swiss Market Index (ISIN LU0274221281 / WKN DBX1SM).

Auch Florian Lenhart spreche von einem klaren Fokus auf Europa, wenngleich mit anderen Vorzeichen. "Die meist gehandelten EURO STOXX 50-Werte gehen überwiegend raus", informiere der Händler der UniCredit. Bewegung in beide Richtungen auf in etwa vergleichbarem Niveau gebe es hingegen bei MSCI Europe-ETFs.

Das Interesse an hiesigen Unternehmen im DAX beschreibe Bartels als zweigeteilt. Während Anleger sich zunächst von ihren DAX-Werten verabschiedeten (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06), habe es gegen Ende der Woche wieder vermehrt Käufe gegeben. "Unterm Strich überwiegen die Abflüsse."

Kilian melde rege Nachfrage nach DAX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) in beide Richtungen. "Insgesamt liegen die Käufe ein wenig höher."

Das Interesse an US-Unternehmen beschreibe Kilian als unspektakulär. Jeweils auf überschaubarem Niveau hin und her gehe es bei MSCI USA- (ISIN DE000A1H53M7 / WKN A1H53M, ISIN DE000ETFL268 / WKN ETFL26), S&P 500- (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) und Dow Jones Industrial-ETFs.

Kaum Augen hätten Anleger für Emerging Markets-Aktien aus Asien. Wenn gehandelt werde, hätten sich Anleger meist von ihren Positionen getrennt. Per Saldo aus den Depots raus kämen beispielsweise Produkte auf den MSCI Asia ex Japan (ISIN FR0010653410 / WKN LYX0DX) und MSCI Pacific ex-Japan Index (ISIN US4642866655 / WKN 551275).

Bei den Sektor-ETFs würden sich Bartels Kunden in erster Linie auf die Branche Automation und Robotik (ISIN IE00BYZK4552 / WKN A2ANH0) fokussieren. "Hier standen Gewinnmitnahmen im Vordergrund." Zu Zweidrittel abgestoßen würden zudem Technologiewerte. Banken etwa im STOXX Europe 600 Banks-ETFs seien wiederum zu etwa 70 Prozent in den Depots gelandet.

Bei Lenhart würden Gesundheitsaktien zu den meist gehandelten Branchenportfolios gehören. Auf beiden Seiten gespielt würden etwa STOXX Europe 600 Health Care-ETFs. Nach Zuspruch in der vergangenen Woche hätten sich Investoren derzeit von ihren Engagements in der Grundstoffe-Industrie (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) verabschiedet. Fast ausschließlich gesucht seien US-Finanzwerte im S&P 500 Financial Services Index (ISIN IE00B4JNQZ49 / WKN A142NY).

Den Handel mit Fixed Income-ETFs beschreibe Lenhart als geprägt von Nachfrage nach Bonds mit kurzer Restlaufzeit zulasten von Geldmarktfonds. Deutsche Kurzläufer im eb.rexx Government Germany-Index mit Fälligkeit zwischen 1,5 und 2,5 Jahren (ISIN DE0006289473 / WKN 628947) und 2,5 und 5,5 Jahren (ISIN DE0006289481 / WKN 628948) seien ebenso beliebt wie europäische Bonds im Markit iBoxx Eur Sovereigns 1-3 Index (ISIN IE00B3VTMJ91 / WKN A0X8SK). US-Treasuries mit Laufzeiten zwischen einem und drei sowie drei und sieben Jahren im Barclays US Treasury Bond 1-3yr Term Index (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) und Markit iBoxx US Treasuries 3-7 Index (ISIN IE00B3VWN393 / WKN A0X8SH) seien ebenfalls gesucht. Nicht selten sei vom PIMCO Euro Short Maturity Source ETF umgeschichtet worden.

Zu den bei der Commerzbank meist gehandelten und in Summe verkauften Rentenwerten zähle Bartels ein hauseigenes Produkt, das von einem fallenden Euro-Bund-Future profitiere. Seit einiger Zeit ausgesprochen beliebt seien auch Produkte, die an die Wertentwicklung des Markit iboxx Sovereigns Inflation-Linked Total Return Index (ISIN LU0444607187 / WKN ETF530, ISIN IE00B0M62X26 / WKN A0HGV1) anknüpfen würden. (Ausgabe vom 12.12.2017) (13.12.2017/fc/a/e)





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