ETF-Handel: Anleger setzen auf USA und Nachhaltigkeit


31.10.18 15:04
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Zum Teil stark schwankende Aktienmärkte bescheren den Market Makers ansehnliche ETF-Umsätze, so die Deutsche Börse AG.

"Wenig überraschend haben wir sehr gut zu tun", beschreibe Tobial Runkehl. Einen eindeutigen Trend mache der Händler von IMC trotz insgesamt fallender Kurse nicht aus. Einerseits hätten sich viele ETF-Anleger von ihren Aktieninvestments verabschiedet, manchmal zugunsten von Rentenwerten und Gold-ETCs. "Gleichzeitig werden Aktien auch gekauft."

Aus den Depots würden Runkehl zufolge Tracker europäischer und deutscher Indices fliegen. "Dabei hatten wir zum Teil Transaktionen mit sehr großen Volumina." Neben EURO STOXX 50-ETFs seien DAX- und MDAX-ETFs in größerem Stil betroffen.

Mit knapp 59.000 Transaktionen beflügele die hohe Volatilität an den Börsen auch das ETF-Geschäft bei der Commerzbank, wie Sophia Wurm melde. Am meisten gehandelt mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen würden mit Abstand S&P 500-ETFs, wobei die währungsgesicherte Variante (ISIN IE00B3ZW0K18 / WKN A1C5E9) zumeist gesucht sei. MSCI World-Tracker würden gleichermaßen in beide Richtungen gehandelt. Nahezu ausschließlich Abflüsse verbuche Wurm aus Nasdaq-Produkten (ISIN nicht bekannt/ WKN A0F5UV). DAX- und EURO STOXX 50-Tracker würden in Summe abgestoßen. Gleichzeitig hätten sich die Commerzbank-Kunden per Saldo in französischen Aktien im CAC 40 (ISIN FR0010878033 / WKN A0RADL) und im MSCI Europe Minimum Volatitily (ISIN IE00B86MWN23 / WKN A1J783) positioniert. "Das passt zum Marktgeschehen", finde die Händlerin.

Überdurchschnittlich starkes Interesse registriere auch Runkehl für US-Aktien, wobei sich Zu- und Abflüsse insgesamt in etwa die Waage gehalten hätten. Allerdings würden in seinen Oderbüchern die Käufe bei S&P 500-Trackern verschiedener Anbieter überwiegen. Der zugrunde liegende weltweit viel beachtete Index mit 500 Aktien der - gemessen an der Marktkapitalisierung - größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen habe seit Monatsbeginn fast 10 Prozent an Wert verloren und notiere aktuell um 2.641 Punkte. Das verlocke schon mal zum Einstieg. Tracker des Russell 2000 würden rege auf beiden Seiten gehandelt.

Mit der Aufwärtstendenz am brasilianischen Aktienmarkt sei laut IMC auch das Engagement von ETF-Investoren in Unternehmen des Landes gestiegen. Zumeist gekauft würden beispielsweise Indexfonds, die sich am MSCI Brazil (ISIN LU1437024992 / WKN A2AQ5K) orientieren würden. Mit der absehbaren Wahl des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro hätten die Kurse brasilianischer Unternehmen gen Norden gezeigt. Der Leitindex Bovespa habe seit Mitte September von 74.686 auf 83.796 Punkte zugelegt. Das entspreche einem Plus von gut 12 Prozent.

Einen vorderen Rang in IMCs Umsatzstatistik hätten börsengehandelte Indexfonds mit sozial-ökologischer Ausrichtung belegt. Die jüngste iShares-Reihe mit unter anderem MSCI Emerging Markets SRI-, MSCI Europe SRI- und MSCI USA SRI-Produkten habe für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt. "Wir hatten in allen Produkten einiges Interesse", beschreibe Runkehl. Die zugrunde liegenden Indices würden Unternehmen ausschließen, die mit Waffen, Tabak, Kohle und Ölsand ihr Geld verdienen oder die Prinzipien des UN-Global-Compact missachten würden.

BlackRock als Emittent der iShares Produkte erwarte einen deutlichen Schub für nachhaltige Investment. Demnach solle bis 2028 das verwaltete Vermögen in ETFs mit sozialer und ökologischer Ausrichtung von aktuell 25 Milliarden Dollar auf über 400 Milliarden Dollar wachsen. Das werde den Anteil grüner Investments am ETF-Markt von derzeit 3 Prozent auf voraussichtlich über 20 Prozent steigern.

Mit Blick auf Branchen stünden US-Technologiewerte, Banken-ETFs und Energiekonzerne im Vordergrund, wie Wurm berichte. "Hier hatten wir Nachfrage in beide Richtungen." Von defensiven Sektoren versprächen sich Investoren scheinbar mehr. Auf den Einkaufslisten führe die Commerzbank MSCI Europe Consumer Staples- und STOXX Europe 600 Utilities-ETFs (ISIN nicht bekannt/ WKN A0Q4A0). (Ausgabe vom 30.10.2018) (31.10.2018/fc/a/e)






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