ETF-Handel: Anleger setzen auf die Breite


30.09.14 15:16
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Von den Kursdellen an den Aktienmärkten ist im ETF-Handel kaum etwas zu spüren, so die Deutsche Börse AG.

"Anleger sind sehr aktiv", melde Sascha Cronemeyer von der Commerzbank. Mit rund 18.500 Trades bewege sich das Volumen über dem Niveau der Vorwochen. "Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen mit 54 Prozent die Zuflüsse, wobei der Anlegerfokus mit einem Anteil von 76 Prozent eindeutig auf dem Aktienbereich liegt."

"Wir haben sehr gut zu tun", berichte auch Jörg Sengfelder von Flow Traders, der von starken Zuflüssen auf der Aktienseite spreche. Neben einer klaren Vorliebe für Industrieländerwerte in marktbreiten Indices wie dem S&P 500 (ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS, ISIN nicht bekannt/ WKN A0JBR6), MSCI World und MSCI Europe (ISIN DE000ETFL284 / WKN ETFL28, ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC, ISIN DE000A0M5X28 / WKN A0M5X2, ISIN DE0002635307 / WKN 263530) kämen japanische Unternehmen etwa im MSCI Japan (WKN A0DPMW) besonders häufig zum Zuge.

"Das Handelsvolumen ist unverändert hoch", bestätige Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. "Anleger tendieren hin zu US-Dollar-Werten." Aktienportfolios wie der S&P 500 würden auch in Kleefelds Büchern per Saldo gekauft. Von Abgaben geprägt seien hingegen DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) und EURO STOXX 50-Tracker (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET).

Auf die derzeitige Schwäche an den Börsen würden ETF-Investoren nach Beobachtung des Händlers insgesamt gelassen reagieren. "Panik gibt es nicht." Bei den DAX-Verlusten lohne es sich im Übrigen näher hinzuschauen. "Am vergangenen Freitag hat beispielsweise allein der Einbruch der Allianz-Aktie für ein Minus von rund 40 Punkten im Deutschen Aktienindex gesorgt."

Bei hiesigen Blue Chips verbuche die Commerzbank einen leichten Abgabedruck, während es in EURO STOXX 50-ETFs einen hauchdünnen Kaufüberhang gebe. "Indexfonds auf den S&P 500 werden von den Commerzbank-Kunden deutlich abgestoßen." Investoren hätten sich hingegen verstärkt in marktbreiten Portfolios wie dem MSCI World und dem MSCI USA (ISIN DE000A1H53M7 / WKN A1H53M, ISIN FR0010871152 / WKN A1JHVY) positioniert. Für einen defensiveren Anlageansatz spreche der deutliche Zuspruch zum Ossiam ETF iStoxx Minimum Variance.

Von einer unterdurchschnittlichen Handelswoche spreche Sengfelder mit Blick auf Schwellenländer-ETFs. "Wenn gehandelt wird, dann überwiegen die Abflüsse." Anleger hätten sich etwa in Summe von Indexfonds (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM, ISIN LU0254097446 / WKN A0JMLL, ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) verschiedener Emittenten getrennt, die an den MSCI Emerging Marktes gekoppelt seien.

Den erhöhten Abgabedruck auf dem FTSE BRIC 50 mit Zugang zu Aktien aus Brasilien, Russland, Indien und China führe Sengfelder auf die Situation am Gesamtmarkt zurück.

Ein ähnliches Bild zeichne der Händler von ETFs mit Aktien einzelner asiatischer Schwellenländer. Tracker des CSI 300 Index (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2), der die 300 Aktien mit der größten Marktkapitalisierung und Liquidität der börsennotierten Unternehmen in China enthalte, kämen aus den Anlegerdepots raus. Die Aktien würden entweder an den Börsen in Shanghai oder Shenzen gehandelt.

Russische Konzerne im Dow Jones Russia würden ebenfalls tendenziell abgestoßen, ebenso wie indische Unternehmen im MSCI India und lateinamerikanische Werte im MSCI EM Latin America.

Es gebe aber auch Ausnahmen: Zu den umsatzstärkeren Werten würden bei Flow Traders Tracker des MSCI EM Asia und MSCI Pacific ex Japan gehören, die in Summe gekauft würden. "Stark gesucht waren ETFs (ISIN DE000A0HG2L3 / WKN A0HG2L) auf den MSCI Korea."

Im Bereich der Branchen-ETFs würden Investoren Cronemeyer zufolge zu Immobilien (ISIN DE000A0Q4R44 / WKN A0Q4R4) und zu Aktien der Grundstoffe-Industrie (ISIN LU0378435472 / WKN ETF063) greifen. Von Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930, ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) verschiedener Anbieter hätten sie sich mehrheitlich getrennt. "Mit 27 Prozent der Umsätze aus den Sektor-ETFs dominiert weiter der Finanzsektor das Geschehen."

Sengfelder spreche von Kaufinteresse an der Gesundheitsbranche. Der STOXX Europe 600 Health Care würde gesucht, ebenso der EURO STOXX Banks. (30.09.2014/fc/a/e)





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