ETF-Handel: Anleger halten Kurs Richtung US-Aktien


19.09.18 10:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Von zwischenzeitlich steigenden Kursen am heimischen und europäischen Markt scheinen sich ETF-Anleger kaum mitreißen zu lassen, so die Deutsche Börse AG.

Zwar melde Frank Mohr von der Commerzbank mit 35.000 Transaktionen für die vergangene Woche ein "ordentliches Geschäft" mit Indexfonds. Europäische Aktien etwa im DAX (ISIN DE0005933931/ WKN, 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) und EURO STOXX 50 (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) würden aber nach wie vor tendenziell abgestoßen. Gleichzeitig landeten S&P 500-ETFs verschiedener Anbieter mit deutlicher Mehrheit eher in den Depots. Tracker des marktbreiten Index belegten in Mohrs Kaufstatistik den Spitzenplatz.

"Das meiste spielt sich in Aktien europäischer und US-amerikanischer Indices ab", berichte auch Rick van Leeuwen von IMC und untermauere den sich fortsetzenden Trend hin zu US-Unternehmen zulasten europäischer Werte. "Im Handelsstreit zwischen Washington und Peking sehen Investoren US-Unternehmen eher als Gewinner", meine der Händler. Am kommenden Montag würden neue Zölle von zunächst 10 Prozent auf in die Vereinigten Staaten importierte chinesische Waren im Gesamtwert von 200 Milliarden US-Dollar in Kraft treten. 2019 solle die Quote wohl auf 25 Prozent erhöht werden. Bei Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung winke eine weitere Runde in der Strafzoll-Saga. "Ich bin gespannt, wann ETF-Investoren wieder stärker auf Europa umschalten", frage sich van Leeuwen.

Weltweit würden ETF-Investoren seit geraumer Zeit bevorzugt auf Unternehmen der Vereinigten Staaten setzen. Tracker von US-Aktienindices würden mit 15,8 Milliarden US-Dollar global gesehen im August den fünften Monat in Folge Nettozuflüsse verbuchen. Das gehe aus dem jüngsten Global ETP Landscape-Report von BlackRock hervor. Seit Jahresbeginn würden sich die zusätzlichen Investitionen in der Sparte demnach auf mittlerweile 89,4 Milliarden US-Dollar summieren. Tracker europäischer Aktienindices hätten hingegen abermals Federn lassen müssen. BlackRock berichte von Abflüssen in Höhe von 0,5 Milliarden US-Dollar im August, seit Anfang Januar seien 12,8 Milliarden US-Dollar aus dem Segment abgezogen worden. Über alle Anlageklassen hinweg habe die Branche im vergangenen Monat unterm Strich 36,2 Milliarden US-Dollar eingesammelt und komme damit in 2018 auf Nettozuflüsse von 311,7 Milliarden US-Dollar.

Das Geschäft mit Renten-ETFs komme laut Mohr auf überdurchschnittliche 20 Prozent am ETF-Gesamtaufkommen. Zu den meist gehandelten und in Summe verkauften Werten gehörten Bund-Future Short-ETFs. "Darunter waren einige sehr große Transaktionen." Investoren engagierten sich hingegen - zum Teil mit beträchtlichen Summen - in ein- bis dreijährigen Staatsanleihen der Euroländer im Barclays Capital 1-3 Year Euro Treasury Bond Index (ISIN IE00B6YX5F63 / WKN A1JKSV).

Mit Blick auf die Branchen würden sowohl die Commerzbank als auch IMC zumeist Abflüsse aus Indexfonds mit Aktien der europäischen Grundstoffe-Industrie ausmachen. Abgestoßen würden Tracker des STOXX Europe 600 Basic Resources Index. "Rund 30 Prozent der Umsätze fallen auf den Sektor, wobei Positionen in großem Stil abgebaut wurden", präzisiere Mohr. Nicht-Konsumgüter und Gesundheitsaktien belegten Rang zwei und drei der meist gehandelten Branchenportfolios. MSCI Consumer Discrecionary (ISIN IE00BKWQ0C77 / WKN A1191M) und STOXX Europe 600 Health Care-ETFs würden mit einem Kaufüberhang gern auf beiden Seien gespielt. (Ausgabe vom 18.09.2018) (19.09.2018/fc/a/e)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
99,53 € 99,41 € 0,12 € +0,12% 19.10./21:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005933931 593393 117,74 € 98,73 €
Werte im Artikel
65,19 plus
+0,40%
105,46 plus
+0,32%
99,53 plus
+0,12%
106,58 plus
+0,11%
73,68 plus
0,00%
51,99 minus
-0,08%
58,01 minus
-0,72%
106,44 minus
-0,75%
43,92 minus
-0,87%