ETF-Handel: Anleger erkennen Potenzial in Europa


12.10.16 14:59
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Schwankungen an den Aktienbörsen in der vergangenen Woche nutzten ETF-Anleger zumeist zum Einstieg, so die Deutsche Börse AG.

Händler würden von überwiegendem Interesse an Indexfonds berichten, die an den deutschen und europäischen Markt gekoppelt seien. "Über alle Anlageklassen hinweg überwogen bei uns mit 60 Prozent die Zuflüsse", melde Frank Mohr. Die rund 26.500 ETF-Trades würden für den Händler der Commerzbank eine eher durchschnittliche Woche widerspiegeln, wobei am Tag der deutschen Einheit nicht gehandelt worden sei. DAX-Werte (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN LU0488317024 / WKN ETF002) würden laut Mohr ganz klar die Bestenliste anführen. "Hier hatten wir fast doppelt so viel Käufe wie Verkäufe."

"Nach steigenden Umsätzen in der Woche zuvor legten Anleger in den vergangenen Tagen noch einen kleinen Schnaps obendrauf", informiere Oliver Kilian über die Umsätze im ETF-Handel bei der UniCredit. Auch Kilian mache verstärktes Interesse an europäischen Unternehmen aus. Neben DAX-ETFs (ISIN LU0252633754 / WKN LYX0AC; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) kämen bei Anlegern MSCI Europe- und EURO STOXX 50-Tracker (ISIN LU0274211217 / WKN DBX1EU; ISIN DE0005933956 / WKN 593395) besonders häufig zum Zuge und würden in Summe gesucht.

Mit zumeist Zuflüssen hätten zudem Produkte auf den sehr breit gefassten STOXX Europe 600 (ISIN FR0010791004 / WKN A0X9R1) gepunktet. Der STOXX 600 bilde die Entwicklung der 600 größten börsennotierten Aktiengesellschaften aus 18 europäischen Ländern ab. Neben Werten aus dem Euroraum enthalte der Index Unternehmen aus Ländern wie der Schweiz, Großbritannien, Tschechien und Skandinavien.

Auf niedrigerem Niveau hätten US-Aktien beispielsweise im MSCI USA (ISIN DE000A1H53M7 / WKN A1H53M; ISIN DE000ETFL268 / WKN ETFL26) überzeugt. "Gleichzeitig verabschiedeten sich Anleger per saldo von ihren S&P 500-Engagements (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG; ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) verschiedener Emittenten."

Etwas beschaulicher würden es scheinbar die Kunden der ICF Bank angehen lassen. "In einer seitwärts tendierenden Aktienwoche nutzten Anleger am Freitag den DAX-Rücksetzer in Summe für Neupositionierungen (ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06; ISIN DE000ETFL235 / WKN ETFL23)", hebe Marcel Sattler den aktivsten Tag im ETF-Handel hervor. Auch an Werten aus der zweiten Reihe etwa im MDAX (WKN ETFL44) fänden Investoren vornehmlich Gefallen. "Gehebelte Produkte spielen dagegen derzeit aufgrund einer geringen Volatilität im Markt eine eher untergeordnete Rolle", vermute der Händler.

In Kilians Umsatzstatistik seien MDAX-ETFs seit Beginn dieser Woche in der Umsatzstatistik weiter nach vorn gerückt. "Hier dominierten die Zuflüsse."

Finanzwerte würden bei der Commerzbank mit einem Anteil von 19 Prozent einen Spitzenplatz im Geschäft mit Branchen-ETFs belegen, wie Mohr informiere. Stellvertretend für den gesamten Sektor nenne der Händler überwiegende Zuflüsse bei EURO STOXX Banks-ETFs. Defensivere Zweige wie die Grundstoffe-Industrie seien mit 16 Prozent der Umsätze mit Sektor-ETFs gefolgt. Mit einem Kaufüberhang von 80 Prozent stünden etwa STOXX Europe 600 Basic Resources-Produkte (ISIN FR0010345389 / WKN LYX0AX; ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) zumeist auf den Einkaufslisten.

Kilian registriere leichte Zuflüsse für Banken und andere Finanzwerte. UniCredit-Kunden hätten aber hauptsächlich auf den Gesundheitssektor gesetzt und sich unterm Strich Indexfonds zugelegt, die an den STOXX Europe 600 Health Care gekoppelt seien.

Mit 27 Prozent vom Gesamtaufkommen lägen ETFs mit festverzinslichen Werten bei der Commerzbank deutlich über dem Durchschnitt, wie Mohr feststelle. "Das liegt unter anderem am starken Geldmanagement etwa mit Indexfonds auf den Euro MTS Eonia Investable Index." Ansonsten stünden Langläufer tendenziell zur Disposition.

Unternehmensanleihen mit Aussicht auf höhere Erträge führe die UniCredit nach wie vor auf der Habenseite. "In diesem Bereich hatten wir viele kleine Tickets." Hingegen hätten sich Anleger in Summe von ein- bis dreijährigen amerikanischen Staatsanleihen (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202) getrennt und Kilian zufolge stattdessen umgeschichtet in Portfolios mit 7-10 US-Bonds. Staatsanleihen von Emerging Markets in lokaler Währung (ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV) würden mit einem leichten Kaufüberhang in beide Richtungen gehandelt. (Ausgabe vom 11.10.2016) (12.10.2016/fc/a/e)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
115,30 € 113,46 € 1,84 € +1,62% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000ETFL011 ETFL01 123,74 € 75,75 €
Werte im Artikel
5,35 plus
+1,71%
34,15 plus
+1,65%
32,29 plus
+1,64%
121,26 plus
+1,62%
115,30 plus
+1,62%
55,87 plus
+1,62%
55,49 plus
+1,61%
87,93 plus
+1,33%
22,54 plus
+1,32%
55,51 plus
+1,22%
231,63 plus
+1,10%
262,60 plus
+1,10%
40,97 plus
+0,84%
68,28 plus
+0,25%
350,57 plus
+0,01%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
134,51 minus
-0,02%
33,34 minus
-0,03%
222,81 minus
-0,07%
55,71 minus
-0,16%