ETF-Handel: Anleger bleiben gelassen


20.11.18 15:33
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz deutlicher Kursrücksetzer an den Börsen: ETF-Anleger lassen sich bislang nicht aus der Ruhe bringen, so die Deutsche Börse AG.

"Panik gibt es nicht", stelle Carsten Schröder von der Commerzbank fest. "Wir sehen ein normales Geschäft mit einem ausgewogenen Verhältnis von Käufen und Verkäufen."

Schröder melde 43.000 Transaktionen für die vergangene Woche und ein weiter durchschnittliches Geschäft gestern und heute. Laut Rick van Leeuwen von IMC sei das Handelsaufkommen wegen der Unruhe an den Märkten gestiegen, von Panik wolle aber auch er nicht sprechen. "Es ist einfach einiges los." Er berichte ebenfalls von Zu- und Verkäufen.

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt sei schon länger angeschlagen, am heutigen Dienstag sei der DAX kurzzeitig auf 11.081,77 Punkte und damit ganz in die Nähe des Jahrestiefs vom Oktober gerutscht. Auch die lange gut laufenden US-Märkte seien eingeknickt: Der Dow Jones habe am gestrigen Montag 1,6 Prozent verloren, der Nasdaq 100 sogar 3,3 Prozent. Belastet worden sei die US-Technologiebranche durch erneute Spekulationen über eine schwache iPhone-Nachfrage. Für Ernüchterung habe am Wochenende auch der Asien-Pazifik-Gipfel gesorgt, der abermals den Blick auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China gelenkt habe.

US-Aktien stünden auf den Kauf- und Verkaufslisten, wie die Händler einhellig berichten würden. "S&P 500-ETFs gehören bei uns zu den umsatzstärksten Indexfonds, und zwar in beide Richtungen", erkläre Schröder. Auch bei IMC würden bei S&P 500-ETFs beide Seiten gespielt, van Leeuwen melde Abflüsse aus dem Vanguard S&P 500 und Zuflüsse in das entsprechende Produkt von Invesco, Cornelia Schübel von der Unicredit Group Zu- und Abflüsse beim iShares Core S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG). Der S&P 500 habe mittlerweile den Großteil seiner Jahresgewinne wieder abgegeben und gestern bei 2.691 Punkten geschlossen - nur noch knapp über dem Schlusskurs 2017 von 2.674 Zählern.

Im Geschäft mit europäischen Aktien überwögen sogar die Käufe: Zugegriffen werde laut Schröder beim MSCI EMU- und auch bei DAX-Trackern, laut Schübel bei STOXX Europe 600-Trackern und auch europäischen Smart-Beta-ETFs wie dem iShares MSCI Europe Minimum Volatility. Van Leeuwen berichte von Käufen kontinentaleuropäischer Aktien, während britische Aktien abgestoßen würden. "Das liegt wohl am Brexit", bemerke der Händler.

Die sonst meist gesuchten MSCI World-ETFs hätten hingegen in der Gunst der Anleger verloren und würden verkauft, wie Schröder feststelle. Emerging Markets-Tracker würden van Leeuwen zufolge hingegen wieder gekauft.

Mit den Kursverlusten im Tech-Sektor würden laut Schröder auch Technologie-ETFs aus den Portfolios fliegen. Nasdaq-ETFs würden in diesem Jahr aber immer noch zu den großen Gewinnern gehören: Der iShares Nasdaq 100 komme seit Jahresanfang auf ein Plus von 9,3 Prozent, in den vergangenen drei Jahren seien es durchschnittlich 11,3 Prozent im Jahr gewesen.

Wegen des sinkenden Ölpreises würden sich Anleger außerdem von Energie-ETFs trennen, etwa mit dem Xtrackers MSCI World Energy, wie Schröder außerdem berichte. Schübel melde unterdessen Käufe und Verkäufe von Energie-Trackern wie dem S&P 600 Energy Sector.

Anleger würden sich außerdem von ETFs aus der Gesundheitsbranche trennen, etwa dem iShares Healthcare Innovation. Der setze speziell auf Unternehmen, die den Fortschritt bei medizinischen Behandlungsverfahren und Technologien würden voranbringen wollen. Im laufenden Jahr komme der ETF auf ein Plus von 6,5 Prozent.

Anleihen-ETFs seien laut Schübel derzeit ausgesprochen beliebt. "Wir sehen einen klaren Trend hin zu Bond-ETFs", berichte die Händlerin. In den Portfolios seien vor allem US-Staatsanleihen gelandet, etwa solche mit Laufzeit von ein bis drei Jahren (ISIN IE00BYXPSP02 / WKN A2DN9Z) oder solche mit unterschiedlichen Fälligkeiten (ISIN IE00BZ163M45 / WKN A143JN). Außerdem seien Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen wieder gefragt, konkret der iShares Emerging Markets Local Government Bond (ISIN IE00B5M4WH52 / WKN A1JADV) und der SPDR Barclays Capital Emerging Markets Local Bond.

Schröder melde Abflüsse aus Geldmarkt-ETFs wie dem Deka Deutsche Börse Eurogov Germany Money Market und Zuflüsse in globale Staatsanleihen in US-Dollar über den iShares Global Government Bond USD (ISIN IE00B3F81K65 / WKN A0RGEM). (20.11.2018/fc/a/e)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
49,85 € 49,025 € 0,825 € +1,68% 18.06./17:28
 
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