ETF-Handel: Anleger in Wartestellung


06.04.16 09:07
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die kurze Woche nach Ostern wirkt beruhigend auf den ETF-Handel, so die Deutsche Börse AG.

"Obwohl der deutsche Aktienindex zwischenzeitlich wieder über die Marke von 10.000 Punkten kletterte, hatten wir auf beiden Seiten eher dünne Umsätze", melde Marcel Sattler von der ICF Bank. Auf überschaubarem Niveau seien DAX- und MDAX-Produkte nachgefragt worden. "Viele Anleger befanden sich offenbar noch in Feiertags- oder Urlaubslaune."

Die große Ausnahme bilde nach Angaben von Marco Salaorno der vergangene Freitag. "Zum Quartals- und Monatsende nahmen Investoren turnusmäßige Anpassungen vor", begründe der Händler der Société Générale die höheren Volumina.

"22.000 Trades sind selbst für nur vier Handelstage deutlich weniger als wir es gewohnt sind", beschreibe Frank Mohr von der Commerzbank die Handelswoche.

Anders als üblich hätten mit Euro Corporate Bond-Tracker Fixed Income-Produkte den Spitzenrang in der wöchentlichen Umsatzstatistik belegt, allerdings seien die Renten-ETFs in Summe abgegeben worden. Ein Short-ETF, der den Bund-Future invers abbilde (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562), habe es immerhin auf Platz zwei geschafft, dieser sei gekauft worden.

"Häufig stehen dort DAX- und EURO STOXX 50-Tracker." ETFs auf den hiesigen Bluechip-Index (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) seien auf den dritten Platz gerutscht und würden mit einem leichten Überhang gekauft. Aktieninvestments hätten bei der Commerzbank mit 74 Prozent zwar den Löwenanteil der ETF-Transaktionen ausgemacht. Mit 23 Prozent seien Renten-ETFs aber wieder stärker in den Vordergrund gerückt. "Es gab Zeiten, in denen die Anlageklasse mit lediglich 10 Prozent vertreten war", erinnere Mohr.

Japan sei bei den Kunden der Société Générale ein ganz großes Thema gewesen, wie Salaorno melde. Zwar hätten die asiatischen Börsen zum Ende der Woche fast durchgängig verloren. Besonders hart habe es aber den japanischen Aktienmarkt getroffen. Der Nikkei 225-Index habe allein am Freitag über 3 Prozent auf 16.164 Punkte eingebüßt und habe auf Wochensicht knapp 6 Prozent an Wert verloren. "Der Tankan-Stimmungsindex hat enttäuscht", nenne der Händler einen Grund. Entsprechend hätten Anleger mit deutlichen Abgaben etwa von Indexfonds auf den Nikkei 225 reagiert und sich unterm Strich vom MSCI Japan-ETFs (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW, ISIN LU0927735406 / WKN DBX0NT) getrennt.

Indische Aktien beispielsweise im MSCI India würden von den Kunden der Société Générale dagegen gekauft. "Hier überwogen die Zuflüsse." Tracker des MSCI China und ETF China Enterprise würden hingegen unterm Strich aus den Depots genommen.

Rege hin und her gehe es bei Portfolios mit brasilianischen Aktien etwa im MSCI Brazil. Die überwiegenden Abflüsse beim MSCI EM Latin America verbuche Salaorno auf das Konto Gewinnmitnahmen. Seit Anfang 2016 gebe es laut einer Feri-Studie erste Anzeichen einer positiven Entwicklung in Lateinamerika, nachdem entsprechende Aktienfonds in den vergangenen drei Jahren drastisch an Wert verloren hätten. Mittlerweile habe allein der brasilianische Bovesta im ersten Quartal rund 18 Prozent gut gemacht. Lateinamerikanische Aktienindices bestünden immerhin zu rund 50 Prozent aus brasilianischen Werten. Die weitere Entwicklung des Marktes sehe Feri unter anderem aufgrund des Amtsenthebungsverfahren gegen Brasiliens Präsidentin Rousseff mit hohen Unsicherheiten behaftet.

Bei einem Anteil von 25 Prozent an den Umsätzen mit Sektor-ETFs stünden die Banken einmal mehr im Anlegerfokus, wie Mohr informiere. Ein STOXX Europe 600 Banks-ETF werde gekauft, ebenso ein EURO STOXX Banks-ETF. Auch Technologieaktien etwa im EURO STOXX Technology führe der Händler auf der Kaufseite. Von Aktien etwa im STOXX Europe 600 Basic Resources hätten sich Anleger per Saldo getrennt. (Ausgabe vom 05.04.2016) (06.04.2016/fc/a/e)





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