ETF-Handel: Aktive Anleger, reger Handel


02.12.14 16:21
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Über 200 Punkte hat der DAX in den vergangenen fünf Handelstagen gewonnen, so die Deutsche Börse AG.

Nach vielen vergeblichen Anläufen habe der deutsche Blue Chip-Index heute Morgen sogar erstmals seit Anfang Juli wieder die 10.000 Punkte-Marke geknackt. Im ETF-Handel gehe es nach Angaben der Spezialisten bei regem Handel allerdings in beide Richtungen. Während Gregor Hamme von der UniCredit gleichermaßen Zu- wie Abflüsse verbuche, spreche Frank Mohr von überwiegenden Verkäufen der DAX-ETFs (ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R, ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1, ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01). "Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen bei der Commerzbank mit 52 Prozent leicht die Abgaben."

Vom nahenden Jahresende verspüre Mohr im ETF-Handel jedenfalls wenig. Mit 25.000 Trades bleibe das Handelsniveau ausgesprochen hoch. Der Händler erwarte, dass sich dieses erfreuliche ETF-Aufkommen bis zu den Feiertagen halten werde. "Anleger machen derzeit keine Anstalten die Bücher zu schließen."

"Wir hatten in der vergangenen Woche ein sehr hohes Order-Aufkommen mit leichtem Verkaufsdruck", bestätige Jörg Senfelder von Flow Traders. Bei Trackers der europäischen Leitindices EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN FR0007054358 / WKN 798328), STOXX Europe 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530, ISIN LU0328475792 / WKN DBX1A7) und MSCI Europe hätten Anleger in Summe zugegriffen.

Auf den vorderen Plätzen der Kaufstatistik würden bei Sengfelder zudem Tracker (ISIN DE0005933998 / WKN 593399) des STOXX Europe Mid 200 rangieren, der 200 mittelgroß kapitalisierte europäische Unternehmen umfasse.

Aktien-ETFs mit nordamerikanischen Unternehmen führe Sengfelder ebenfalls der Kaufseite. Anleger hätten dabei verstärkt auf S&P 500- (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE0031442068 / WKN 622391) und MSCI USA-Indexfonds gesetzt.

Deutlichen Zuspruch für ETFs mit Aktien asiatischer Schwellenländer verbuche Stefano Valenti von der UniCredit. "Abgesehen von den Abgaben am gestrigen Montag ist die Nachfrage in diesem Segment unterm Strich derzeit beachtlich." Käufe gebe es etwa für Portfolios, die an den MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) gekoppelt seien.
ETFs (ISIN LU0875160326 / WKN DBX0NK) mit chinesischen Aktien wären so beliebt, dass derzeit keine weiteren Zuflüsse möglich seien. "Da die Quote für ausländische Investoren erreicht wurde, muss sich die Deutsche Bank als Emittent zunächst von den chinesischen Behörden ein zusätzliches Kontingent genehmigen lassen", erkläre Valenti.

Bewegung in beide Richtungen mache der Händler bei Trackern des MSCI Brazil aus, ebenso zeige sich im Handel mit MSCI Latin America-ETFs (ISIN FR0010410266 / WKN LYX0B0, ISIN IE00B4TS3815 / WKN A1H8BL) ein gemischtes Bild.

Flow Traders' Handelspartner würden sich dagegen nicht für Schwellenländer interessieren. Sowohl marktbreite Emerging Markets-ETFs als auch Aktienkörbe einzelner Schwellenländer wie Brasilien (ISIN LU0292109344 / WKN DBX1MR) und Mexico kämen tendenziell aus den Depots raus.

Ins gefühlt uferlose fallende Rohölpreise würden sich in deutlichen Abgaben von ETFs mit Ölaktien (ISIN LU0533032420 / WKN LYX0GK, ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M, ISIN FR0010344960 / WKN LYX0A9, ISIN IE00B5MTWH09 / WKN A0RPSB) wiederschlagen, wie die Händler einhellig vermuten würden.

In diesem Zusammenhang sehe Valenti auch die Abflüsse bei Trackern russischer Indices wie dem Dow Jones Russia und dem MSCI Russia. "Aufgrund Russlands großer Abhängigkeit vom Ölexport befinden sich sowohl der russische Aktienmarkt als auch der Rubel im freien Fall", begründe die UniCredit.

Favorisierte Branchen-ETFs seien derzeit ganz klar Telekom-Tracker (ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R, ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1), wie Hamme feststelle. Der Händler begründe dies durch Fusionsgerüchte etwa zwischen Vodafone und weiteren Kabelnetzbetreibern wie dem US-Konzern Liberty Global. "Das beflügelt vermutlich die Anlegerfantasie." Auch die British Telecom sei auf Einkaufstour und interessiere sich beispielsweise für die Telefonica-Tochter O2, die sie für rund 14 Milliarden Euro übernehmen wolle.

Von Energieversorgern (ISIN DE000A0Q4R02 / WKN A0Q4R0) und Unternehmen der Grundstoff-Industrie (ISIN FR0010345389 / WKN LYX0AX) würden sich Anleger laut Sengfelder per Saldo trennen.

Bei Renten-ETFs würden Investoren derzeit eindeutig auf Unternehmensanleihen mit hoher Verzinsung setzen, wie Sengfelder melde. Produkte wie der Euro Corporate Bonds ex Financials (ISIN DE000A0YEEX4 / WKN A0YEEX), der Global High Yield Corporate Bond und der Euro High Yield Corporate Bond, alle drei von iShare, befänden sich auf der Beliebtheitsskala weit oben.

Pfandbriefe (ISIN IE00BF8HV717 / WKN A1W6DJ, ISIN DE0002635265 / WKN 263526) und hiesige Staatsanleihen (ISIN DE000A0J21A7 / WKN A0J21A) mit kurzer Laufzeit würden in Summe verkauft. (02.12.2014/fc/a/e)





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