ETF-Handel: Aktien zwischen Inflationsangst und Wirtschaftsoptimismus weiter Renner


21.10.21 16:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das Momentum bei Aktien ist wieder positiv, auch bei europäischen Titeln, so die Deutsche Börse AG.

Nur kurz habe sich die Sorge um das schwache Wirtschaftswachstum in China an den Märkten gehalten. Mit 4,9 Prozent sei Chinas Wirtschaft so wenig wie seit einem Jahr nicht mehr gewachsen. Sei der DAX in der vergangenen Woche noch deutlich unter 5.000 Punkte gerutscht, strebe er am Dienstag der 5.500er Marke entgegen.

ETF-Händler würden deutlich steigende Umsätze in Aktien-ETFs melden: "Steigende Anleihen-Renditen und Umschichtungen hin zu Value-Aktien haben europäischen Aktien in ihrem jahrelangen Kampf gegen die US-Titel etwas Schub gegeben", berichte Hubert Heuclin von der BNP Paribas. "Ob daraus eine längere Outperformance wird, ist noch schwer zu sagen." Letztlich habe der STOXX 600 lediglich einen Teil der Underperformance der vergangenen Monate aufgeholt.

"Das schwache Wirtschaftswachstum in China schürt die Sorgen vor der weiteren Entwicklung und deren Auswirkungen auf die globalen Märkte", erwarte Heuclin mit Blick auf die Zukunft. Im schlimmsten Fall seien 0,2 Prozent Wachstum denkbar - enttäuschend, aber womöglich nicht genug, um die Regierung zu makropolitischen Unterstützungen zu bewegen.

Während die Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen am Freitag unerwartet stark ausgefallen seien, seien die US-Industrie unter den Erwartungen gelegen, würden Analyst*innen der Deutschen Bank in ihrem morgendlichen Ausblick schreiben.

Positive Unternehmensnews würden sogleich zu Käufen genutzt, stelle Jan Duisberg von der ICF Bank fest. So habe SAP im abgelaufenen Quartal deutlich mehr verdient als erwartet und mit einer angehobenen Prognose für eine weitere positive Überraschung gesorgt. Die Quartalsberichte der US-Banken seien zuvor ebenfalls im grünen Bereich gewesen und hätten den Märkten die beste Börsenwoche seit Juli verschafft. Jetzt sei die Frage, wie die Berichtssaison weitergehe.

"Nachdem in der Vorwoche das Abrutschen des DAX unter die 14.800 Punkte gescheitert war, ist das Momentum jetzt wieder positiv", ergänze Duisberg. "Die Märkte schwanken zwischen der anhaltenden Angst vor Inflation und positiven Überraschungen aus der Wirtschaft zur Berichtssaison trotz der Inflation." Der Händler sehe im Tagesgeschäft, dass kleine Rücksetzer gleich gekauft würden. "Anleger wissen, dass die Zentralbanken weder die Möglichkeit noch den Willen haben, gegen die Inflation vorzugehen."

"In den vergangen Tagen waren die Märkte recht volatil, das hat sich wieder beruhigt", ergänze Christian Dürr von der Société Générale. "Wir sehen in allen wichtigen Indices deutlich mehr Käufe als Verkäufe." Vor allem das Thema Value werde von Anleger*innen wieder aufgegriffen. Besonders gekauft werde in diesem Bereich der iShares Edge MSCI USA Value Factor UCITS ETF. Auch Heuclins Kunden würden ähnliche Ansätze nachfragen. Gekauft werde der iShares Edge MSCI USA Quality (ISIN IE00BF2QSQ20 / WKN A2JAE2).

In Sachen globale Aktien stehe auf Heuclins Top-Umsatzliste der Woche der VanEck Vectors Sustainable World Equal Weight ETF (ISIN NL0010408704 / WKN A12HWR) ganz oben. Auch der iShares Core MSCI World UCITS werde wie meist sehr stark gehandelt.

Interessant bleibe scheinbar die China-Story, hohe Umsätze würden die Händler in ETFs mit asiatischen Aktien beobachten. Wie Dürr berichte, werde im Xtrackers FTSE China 50 UCITS ETF 1C "fleißig rein- und rausgehandelt."

Heuclin sehe hohe Umsätze mit Anteilen am Amundi Index MSCI EM Asia SRI (ISIN LU2300294589 / WKN A3CNFJ), eine Variante des asiatischen Schwellenländer-ETFs mit Nachhaltigkeitsfiltern. Der Lyxor MSCI AC Asia Pacific Ex Japan UCITS ETF mit Fokus auf asiatische Aktien ohne japanische werde vor allem verkauft.

Mit Netflix, Tesla, IBM und Intel würden Tech-Schwergewichte aus den USA in dieser Woche über das abgelaufene Quartal berichten. Duisberg erkläre, worauf es hier ankomme: "Bei Netflix stehen wie immer die Abonnenten-Zahlen am höchsten im Interesse. Bei Tesla, IBM und Intel wird sich das Gros darauf konzentrieren, wie sich die Knappheit von Halbleitern ausgewirkt hat und welchen Einfluss diese auf die künftige Geschäftsentwicklung haben wird."

Auch Dürr sehe "deutliches Interesse im Tech-Sektor." Dieser sei "ganz vorn dabei". Auf Platz zwei und drei folgten wie in den Vorwochen Finanztitel und Energie-Werte mit Trackern wie der INVESCO EURO STOXX Optimised Banks UCITS ETF (ISIN IE00B3Q19T94 / WKN A1JFG7) und der iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF (ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M). Bei ersterem spiele die Zinsdiskussion eine Rolle, aber auch, dass die US-Banken mit ihren Quartalszahlen gut abgeschnitten hätten, habe Dürr ergänzt.

Mit Blick auf die neue Regierung stünde Wasserstoff auch wieder im Fokus. Regen Handel verzeichne die ICF Bank hier beim L&G Hydrogen Economy UCITS ETF USD Acc als Branchen-ETF. "Er hat sich von seinem Tief bei 6,40 Euro sehr gut erholt", stelle Duisberg fest.

Bewegung auch bei den Trackern einzelner Rohstoffe in ETC-Form: Gold notiere nach wie vor stabil, was sich für Duisberg positiv auf die Nachfrage nach dem WisdomTree Physical Swiss Gold ETF (ISIN DE000A1DCTL3 / WKN A1DCTL) niedergeschlagen habe. Mit dem WisdomTree WTI Crude Oil werde den steigenden Ölpreisen anlegerseitig Rechnung getragen.

Von den ETFs mit dezidierter Nachhaltigkeitsstrategie habe in Dürrs Orderbüchern der UBS Climate Aware Global Developed Equity CTB UCITS ETF (USD (ISIN IE00BN4PXC48 / WKN A2QNQK) die meisten Käufer*innen angezogen.

Die Zulassung eines Bitcoin Future ETFs in den USA habe den Kurs der ältesten Kryptowährung auf mehr als 62.000 US-Dollar getrieben und für steigende Umsätze bei Krypto-ETPs gesorgt, wie Duisberg zusammenfasse. Bei der ICF Bank sei vor allem der 21Shares Polkadot ETP weit oben auf den Umsatzlisten gewesen, der allein in den vergangenen drei Monaten gut 230 Prozent Performance erzielt habe, auf Wochensicht gut 17 Prozent. Auch der 21Shares Ethereum ETP, der 21Shares Cardano ETP sowie der VanEck Vectors Bitcoin ETN würden nach Angaben von Duisberg sehr gut laufen, seien sehr liquide und letzterer werde auch mit engen Spreads gehandelt.

Im Rentenbereich berichte Heuclin von Käufen des iShares Core EUR Corp Bond UCITS ETF (ISIN IE00B3F81R35 / WKN A0RGEP) und des iShares J.P. Morgan USD EM Inv (ISIN IE00B8JDT196 / WKN A2P5DB).

Dürr melde Verkäufe des Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations UCITS ETF - Acc, der die Inflation durch die Kombination von Long- und Short-Engagements neutralisieren wolle. "Hier wird das Thema Inflation weiter gespielt." (Ausgabe vom 19.10.2021) (21.10.2021/fc/a/e)





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