ETF-Handel: Aktien der alten Welt und aus den USA auf den Kaufzetteln


18.08.15 15:10
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Sommerlich leicht geht es Händlern zufolge im ETF-Geschäft zu, so die Deutsche Börse AG.

"Mit rund 32.000 war die Anzahl der Trades zwar ansehnlich, die Umsätze hinken aber urlaubsbedingt hinterher", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. "Man merkt, dass institutionelle Investoren weniger aktiv sind."

Der Anlegerfokus liege mit 87 Prozent weiterhin klar auf Aktieninvestments, wobei Portfolios mit Unternehmen der Industrienationen im Fokus stünden. Neben DAX- (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN LU0252633754 / WKN LYX0AC) und EURO STOXX 50-ETFs (ISIN LU0378434079 / WKN ETF050; ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE000ETFL052 / WKN ETFL05) seien S&P 500- (ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53; ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2) und MSCI USA-Tracker mit einem leichten Kaufüberhang in den Depots gelandet. Über alle Anlageklassen hinweg mache Mohr mit 54 Prozent ein leichtes Plus bei den Käufen aus.

"Bei unseren Kunden stehen DAX-Investments im Vordergrund", beschreibe Sven Titze von der ICF Bank. Bei hoher Schwankungsbreite im hiesigen Bluechip-Index kämen dreifach gehebelte DAX-Produkte (ISIN DE000A1YKTK4 / WKN A1YKTK; ISIN DE000A1YKTG2 / WKN A1YKTG) besonders häufig zum Zuge. "Je nach Marktlage dominieren entweder Zu- oder Abflüsse."

Aktien aus der Währungsgemeinschaft würden bei der UBS tendenziell zu den Verlierern gehören. Dag Rodewald spreche von Abflüssen auf überschaubarem Niveau etwa beim MSCI EMU. Für den MSCI Europe hingegen registriere der Händler mehr Zu- als Abflüsse. "Man spürt die Unsicherheit am Markt, weshalb sich Anleger eher zurückhalten."

Überraschend viele Kunden der Société Générale würden sich in japanischen Aktien etwa im MSCI Japan (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW; ISIN FR0010245514 / WKN A0ESMK) engagieren, wie Marco Salaorno beschreibe. "Auch an der währungsgesicherten Version (ISIN IE00B42Z5J44 / WKN A1C5E6) ist das Interesse groß." Daneben hätten sich Investoren bei saisonal schwächeren Geschäften im Russell 2000 von db x-trackers und im STOXX Europe 600 von iShares positioniert.

Nach dem massiven Einbruch chinesischer Aktien in den vergangenen Wochen habe es Stefano Valenti zufolge zaghafte Positionierungen etwa im db x-trackers CSI300 gegeben. Ansonsten hätten sich Kunden der Unicredit in Summe nach wie vor von ihren Schwellenländer-Engagements getrennt, z.B. von Trackers des MSCI Emerging Markets.

DAX- und EURO STOXX 50-Werte würden bei Valenti auf Wochensicht im Übrigen in beide Richtungen gehandelt. Im Zuge der Abwertung des Chinesischen Yuan seien DAX-ETFs kurzfristig verstärkt abgestoßen worden. "Anleger sorgten sich vermutlich um die Absatzfähigkeit höherwertiger Produkte von deutschen Exporteuren." Mittlerweile gebe es wieder mehr Abnehmer für DAX-Produkte.

Bei Mohr würden Schwellenländer-Aktien im MSCI Emerging Marktes-Index (ISIN LU0635178014 / WKN ETF127; ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) nebst einer zweifach gehebelten Variante (ISIN LU0675401409 / WKN ETF128) in den vergangenen Handelstagen einen vorderen Rang in der Umsatzstatistik auf der Kaufseite belegen. "Das geringere Volumen macht dies möglich."

Kaum Bewegung gebe es bei den Branchen-ETFs, wie die Händler einhellig berichten würden. "Wenn gehandelt wird, dann stehen meist Abgaben im Vordergrund", melde Salaorno. Durch die Bank verkauft würden beispielsweise ETFs, die an den Versicherungssektor (ISIN FR0010344903 / WKN LYX0AQ), die Gesundheitsindustrie (ISIN DE000A0Q4R36 / WKN A0Q4R3) und die Telekommunikations-Branche (ISIN DE0006289317 / WKN 628931) gekoppelt seien. "Ein Trend lässt sich aufgrund der geringen Volumina aber nicht ablesen."

An Renten-ETFs gehe laut Mohr wenig um. Bei schwachen Umsätzen gebe es unterm Strich Abgaben etwa beim Euro Corporate Bond ex-Financials und Euro High Yield Corporate Bond, beide von iShares.

Bei der Société Générale hätten sich Investoren per saldo laut Salaorno von Staatsanleihen der Schwellenländer im iShares Emerging Markets Local Government Bond (ISIN DE000A1JB4Q0 / WKN A1JB4Q) getrennt. (18.08.2015/fc/a/e)





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