ETF-Handel: Abkehr von Aktien der Industrienationen


24.04.18 16:48
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Einer tendenziell stabilen Börsenwoche zum Trotz verabschieden sich ETF-Anleger laut Market Maker nach wie vor von Bluechips entwickelter Staaten, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten einiges auf der Verkaufsseite", berichte Tobias Runkehl. Besonders viele Abflüsse verbuche IMC Markets aus Stoxx Europe 600-Produkten und US-Bluechips im S&P 500 (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, ISIN IE00B3XXRP09 / WKN A1JX53). "Produkte aller Anbieter gehen tendenziell raus." Italienische Nebenwerte im FTSE Italia Mid Cap Index kämen ebenfalls unter den Hammer. "Hier geht einiges um."

"Unsere Kunden sind sehr aktiv", informiere Florian Lenhart von der UniCredit. Auffallend einmütig hätten sich Anleger von deutschen Aktien im DAX und britischen Werten im FTSE 100 getrennt. Gleichzeitig nähmen Investoren deutlichen Abstand von EURO STOXX 50- und MSCI Europe-ETFs.

Mit rund 33.000 ETF-Transaktionen würden sich die Umsätze bei der Commerzbank auf durchschnittlichem Niveau bewegen, wie Carsten Schröder berichte. S&P 500-ETFs (ISIN IE00B5BMR087 / WKN A0YEDG, A1JK53) hätten in der Umsatzstatistik den Spitzenrang belegt und würden mit einem deutlichen Überhang abgestoßen. Auf Position zwei der meist gehandelten Werte lägen Indexfonds, die sich am breit aufgestellten MSCI World (WKN A0REWH) orientieren würden. "Auch hier dominieren die Abgaben." Den aus Schröders Sicht relativ ruhigen Wochenbeginn erkläre sich der Händler durch fehlende Signale an den Märkten. Dynamik beim DAX werde vermutlich erst ausgelöst, wenn der Index die 200-Tage-Linie überschreite. "Dann könnte es schnell Richtung 12.800 oder 12.900 Punkte gehen."

Mit Blick auf Aktienportfolios einzelner Branchen würden sich die Kunden der Commerzbank klar in Energiewerten positionieren. Etwa seien Tracker der S&P U.S. Energy Select Sector und MSCI World Energy Total Return Net Indices (ISIN IE00BM67HL84 / WKN A113FE, ISIN LU0533032420 / WKN LYX0GK) mehrheitlich in den Depots gelandet. "Letztere belegen in unserer Bestenliste die ungewöhnliche Position vier", präzisiere Schröder. Der MSCI World Energy Total Return Net Index werde auf Basis der Netto-Gesamtrendite berechnet. Dividenden und Ausschüttungen der Unternehmen würden nach Steuern wieder mit einfließen.

Die Kunden der UniCredit würden auffällig häufig zu Stoxx Europe 600 Oil & Gas-ETFs greifen, wie Lenhart anmerke. "Öl hat deutlich zugelegt." Ein Barrel des Nordseeöls koste mittlerweile 75 US-Dollar und damit etwa 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Überwiegenden Zuspruch gebe es für börsennotierte europäische Immobilien etwa im European Property Yield ETF von iShares. Der zugrunde liegende Index lasse britische und nordirische Liegenschaften außen vor. Auch Technologieaktien beispielsweise im MSCI World Information Technology Total Return Net Index führe Schröder auf der Kaufseite.

Runkehl und Lenhart würden den Trend bestätigen und nahezu ausschließlich Zuflüsse zu Indexfonds melden, die sich am technologielastigen Nasdaq (ISIN IE0032077012 / WKN 801498, ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF) orientieren würden. Das aus 100 Aktien bestehende Barometer habe sich seit dem Einbruch im Februar von 6.300 auf 6.700 Zähler erholt, was einem Plus von rund 6,3 Prozent entspreche.

Bei Festverzinslichem stünden Lenhart zufolge auf überschaubarem Niveau meist Zuflüsse in den Büchern. Fast nur gekauft würden Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung (WKN A1JJPV). Investoren hätten zudem per Saldo auf drei- bis sieben- (ISIN IE00B3VWN393 / WKN A0X8SH) und sieben- bis zehnjährige US-Staatspapiere (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) vertraut. (24.04.2018/fc/a/e)





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