ERSTE BOND EM CORPORATE-Fonds: Zahlreiche Erholungs-Kandidaten bei Schwellenländer-Unternehmensanleihen


27.10.20 16:00
Erste Asset Management

Wien (www.fondscheck.de) - Die Corona-Krise hat Schwellenländer und entwickelte Länder gleichsam hart getroffen, so die Experten von Erste Asset Management im Kommentar zum ERSTE BOND EM CORPORATE-Fonds (ISIN AT0000A05HQ5 / WKN A0MTAH, EUR R01 (A); ISIN AT0000A05HR3 / WKN A0M0XC, EUR R01 (T)).

Die Konsequenzen seien für Unternehmen in allen Märkten ähnlich gewesen: Schwächelnde Lieferketten, ausbleibende Konsumenten und ein massiver Anstieg der Verschuldungsquoten.

Während nationale Regierungen und Institutionen in Europa oder den USA einen kompakten wirtschaftlichen Maßnahmenkatalog erlassen hätten und aus vergangenen Reformen hätten zehren können, um die Krise abzumildern, sei das in vielen Schwellenländern nicht annähernd der Fall gewesen.

"Eine große Anzahl an Staats- und Regierungschefs in den Emerging Markets haben die Zeiten der leichten Finanzierung an den Märkten nicht genutzt. Zudem spielen Korruption und Misswirtschaft ebenfalls eine negative Rolle. Viele Länder wie z.B. Angola, Ecuador, El Salvador oder Costa Rica stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand, sie haben notwendige wirtschaftliche Reformen in den letzten Jahren nicht oder nur halbherzig angepackt", betone Péter Varga, Senior Professional Fondsmanager in der Erste Asset Management.

Noch dazu würden viele Schwellenländer unter der Preisentwicklung bei Rohstoffen leiden - speziell durch den Preisverfall bei Rohöl. Zudem würden Regierungen in den Emerging Markets schlicht und ergreifend oft die passenden Instrumente fehlen, und die nationalen Notenbanken stünden unter gewaltigem Druck. In Chile und Peru habe man zu unorthodoxen Mitteln gegriffen und den Menschen Zugriff auf ihr kommendes Pensionsvermögen gegeben - mit weitreichenden Folgen für die Zukunft. Einstige Musterschüler wie Mexiko oder Kolumbien würden Gefahr laufen die Kontrolle über ihr Haushaltsdefizit und damit in den nächsten 1-2 Jahren auch ihr Investment Grade Rating zu verlieren.

"Eines steht fest: viele Schwellenländer werden Hilfe vom Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank erhalten um wieder auf die Beine zu kommen. Diese Unterstützung wird vermutlich im Vergleich zu vergangenen Bail-Outs und zügelloser Verschuldung mancher Länder an spezifische Umweltziele oder die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen gebunden sein. Das wird für eine positive mittelfristige Entwicklung sorgen, da sie auch ihre Wirtschaft umstrukturieren und zukunftsfit machen. Der Weg bis dahin wird aber von Tränen der Investoren begleitet sein", so Varga.

Bei Unternehmen in den Emerging Markets zeichne sich ein gänzlich anderes Bild ab als bei Staaten. Auch wenn sie stark von Corona betroffen gewesen seien, so seien viele gut durch die Krise gekommen. Dafür gebe es laut Varga, mehrere Gründe.

"Wir dürfen bei Unternehmen der Schwellenländer die Verschuldung nicht schönreden, aber die Kontrolle funktioniert bei großen Unternehmen besser als in so manchen Staaten. Die Anleihe-Emittenten sind meistens börsennotierte Aktiengesellschaften und damit einem starken Wettbewerb, einer Überprüfung und einem Risikomanagement unterzogen. Das bedeutet, dass Korruption oder Misswirtschaft kaum möglich sind. Darüber hinaus sind viele Unternehmen breit diversifiziert aufgestellt, weltweit tätig und hängen nicht so stark von der lokalen Wirtschaft ab. Des Weiteren generieren diese Unternehmen ihre Umsätze durch ihre Exporttätigkeit oft in Fremdwährung oder sichern ihre Verbindlichkeiten in der Fremdwährung ab."

Bei der Auswahl der Unternehmen sei aktives Fondsmanagement und eine intensive Analyse während Corona umso entscheidender. "Strukturell wichtige Branchen wie die Lebensmittelproduktion oder Telekommunikation haben zu Beginn der Krise gezielt Opportunitäten geboten. Unternehmen wie JBS, Marfrig oder Minerva Foods aus Brasilien, die einen starken weltweiten Zugang haben, konnten am Markt überzeugen", erkläre Varga, der diese Branchen vor wenigen Monaten stark favorisiert habe.

Der Appetit auf Emerging Markets Unternehmensanleihen sei nach wie vor gegeben, würden sie doch den Vorteil einer ausgeprägten Diversifizierung bieten. Die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen lägen nach wie vor mehr als 350 Basispunkte (100 Basispunkte = 1 Prozent, Anm.) über dem Niveau vor Covid-19. "Schnäppchen sind am Markt nicht mehr so leicht zu finden. Daher sind aktives Management und langjährige Erfahrung besonders wichtig, um Erholungs-Kandidaten, die überproportional profitieren, zu finden", so Varga. Interessant sei für ihn derzeit z.B. das Flugunternehmen GOL aus Brasilien. Das Flugunternehmen sollte sich - wenn sich die Infektionszahlen wieder erholen und Schnelltests an Flughäfen leicht verfügbar würden - deutlich erholen.

Ganz nach der Investmentphilosophie der Erste AM würden bei der Auswahl für neue Titel intensiv Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Als Beispiel dafür diene HIKMA PHARMACEUTICALS. Das jordanische Pharmaunternehmen sei ein Profiteur der Maßnahmen rund um COVID-19 durch seine Produkte, punkte es bei ESG-Scorings und sei so gut wie nicht verschuldet. Das Rating Unternehmen Fitch Ratings habe das Unternehmen das erste Mal am 22.10 mit BBB- bewertet. (Jordanien sei mit B1/BB- bewertet).

Die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen oder Xi Jinping in China hätten sehr ambitionierte Pläne zur CO2-Neutralität und einer nachhaltigeren Wirtschaft vorgestellt. Neue Regularien im Bereich Nachhaltigkeit wie die geplante CO2-Importabgabe oder die Pläne über die Wasserstoff-Wirtschaft würden sich auf Unternehmen in den Schwellenländer auswirken. Es bestehe hohe Planungsunsicherheit, welche Branchen und Firmen wie stark betroffen sein würden. Sogenannte Green Bonds, also Anleihen, bei denen eine umweltfreundliche Verwendung der Mittel garantiert sein müsse, würden vermehrt von Unternehmen aus den Schwellenländern auf den Markt kommen.

"Ähnlich wie bei Aktien trifft eine enorme Nachfrage auf ein beschränktes Angebot. Die Bewertungen sind aus ökonomischer Sicht nicht immer nachvollziehbar. Die grüne Wirtschaftswende ist nicht mehr aufzuhalten. Investitionen werden in Zukunft in Geschäftsfelder wie saubere Energie, Transport oder Recycling fließen und damit für Wachstum und Jobs sorgen. Hier entsteht eine neue Wachstumsstory, die Möglichkeiten und viel Optimismus bietet", so Varga abschließend. (27.10.2020/fc/a/f)





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