DWS Concept Kaldemorgen-Fonds: Risikostreuung - wie das bei Niedrigzinsen funktionieren kann


31.07.20 12:30
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Unter Anlegern galt es als ehernes Gesetz: Fallen die Aktienkurse, ist ein Anstieg der Kurse von Staatsanleihen wahrscheinlich, so die Experten der DWS.

Die Fachleute würden dabei von negativer Korrelation sprechen. Insbesondere qualitativ hochwertige Staatsanleihen hätten damit in einem Portfolio traditionell zwei Aufgaben erfüllt: Sie hätten einerseits mit kalkulierbaren Erträgen aufwarten können, andererseits hätten sie die berechtigte Aussicht auf eine ausgleichende Wirkung bei Stressphasen an den Börsen geboten.

Der Hintergrund dieses lange wirkenden Mechanismus: Die Börsenkurse würden meist bei sich abzeichnenden Rezessionen fallen. Gleichzeitig würden die Notenbanken in diesen Phasen in der Regel die Leitzinsen senken, was zu einem Anstieg der Staatsanleihekurse geführt habe. Doch dies gelte im Zeitalter der Niedrigzinsen nicht mehr, die Leitzinsen lägen bereits nahe null. Zudem würden Staatsanleihen kaum noch Renditen bieten, bei vielen Papieren seien diese im Minusbereich. Anleger müssten deshalb nach Alternativen suchen.

Wer seine Investitionen streue, könne die Einzelrisiken einer Geldanlage wirksam reduzieren. Das wissenschaftliche Fundament für das Konzept der cleveren Streuung habe der US-Wirtschaftsprofessor Harry M. Markowitz bereits im Jahr 1952 geliefert - 1990 habe er dafür den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekommen. Die auf Markowitz basierende moderne Portfoliotheorie besage: Besonders stark würden sich Risiken ausbalancieren lassen, wenn die Streuung - im Fachjargon Diversifikation - über unterschiedliche Anlageklassen hinweg erfolge, die sich tendenziell gegenläufig bewegen würden.

Aktuell scheine der Markowitz'sche Ansatz in Verbindung mit Staatsanleihen jedoch nicht mehr aufzugehen. Die negative Korrelation von Aktien und Zinsanlagen habe sich bei den jüngsten Turbulenzen an den Börsen verringert oder sogar umgekehrt. Parallel zu den Aktienmärkten hätten so zwischenzeitlich auch die Anleihemärkte ins Minus gedreht.

Um die Situation am Anleihemarkt besser zu verstehen, lohne ein Blick auf die Details. Zum einen würden die Kurse von Anleihen mit gutem Rating gegenwärtig so hoch notieren, dass sich vielfach negative Verzinsungen ergeben würden. Das gelte in weiten Teilen Europas selbst für Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Zum anderen würden die Anleihekaufprogramme der US-Notenbank FED und der Europäischen Zentralbank (EZB) für Marktverzerrungen sorgen, nachdem der Anleihehandel in der Corona-Panik zeitweise praktisch zum Erliegen gekommen sei. Diese Panik habe auch dazu geführt, dass viele institutionelle Investoren auf der Suche nach Liquidität ganze Anteilklassen abgestoßen und damit die vorher zu beobachtenden Korrelationen aufgehoben hätten.

Und eine Zinswende sei nicht in Sicht. Das niedrige Zinsniveau dürfte auf breiter Front weiterhin für extrem niedrige Erträge insbesondere bei bonitätsstarken Staatsanleihen sorgen - und damit auch für geringeres Diversifikationspotenzial. In der Folge würden Investoren zur Streuung andere Elemente benötigen. Das Dilemma: Vor allem in einem sicherheitsorientierten Portfolio könne es keine Option sein, lediglich den Anteil von Staatsanleihen einfach zugunsten von renditestärkeren, aber weitaus schwankungsanfälligeren Aktien und Hochzins-Titeln zurückzufahren. Und klar werde auch, dass es angesichts der Komplexität des Themas für Privatanleger sinnvoll sein dürfte, nicht auf eigene Faust zu handeln, sondern auf die Expertise von Kapitalmarktexperten zurückzugreifen.

Wie könnten Lösungsansätze konkret aussehen? Gute Möglichkeiten für die Risikodiversifikation und für zusätzliches Renditepotenzial würden unter anderem ausgewählte Unternehmensanleihen und die Investition in Gold bieten - beides Optionen, die eine geringe Korrelation zu Aktien aufweisen würden. So habe beispielsweise Klaus Kaldemorgen bei dem von ihm gemanagten Mischfonds DWS Concept Kaldemorgen zuletzt auch stärker auf Unternehmensanleihen gesetzt und im Gegenzug den Anteil von Staatsanleihen reduziert. Auch Gold-Investments würden sich in dem Portfolio des Fonds befinden.

Die klassische Portfoliotheorie stoße insbesondere in Phasen größerer Marktverwerfungen an ihre Grenzen, Flexibilität sei dann das A und O. Zur Risikosteuerung im Portfolio würden sich deshalb Alternativen insbesondere zu niedrig verzinsten Staatsanleihen empfehlen.

Am leichtesten falle diese Umstellung flexiblen Mischfonds, die breit aufgestellt seien und mehrere Anlageklassen nutzen könnten. Wer darüber hinaus noch weiter diversifizieren möchte, könnte zusätzlich auch zu offenen Immobilienfonds greifen.

Auch wenn Mischfonds wie der DWS Concept Kaldemorgen breit über unterschiedliche Anlageklassen aufgestellt seien, würden bei diesen Fonds ebenfalls die typischen Risiken von Kapitalanlagen existieren: Erhöhte Kursrisiken im Aktien-, Zins- und Währungsbereich sowie Bonitätsrisiken, die zu möglichen Kapitalverlusten führen könnten. Ähnliches gelte für offene Immobilienfonds. Auch sie würden moderate Aktien-, Zins- und Währungsrisiken sowie Bonitätsrisiken aufweisen.

Letztlich würden die Chancen auf ein höheres Renditepotenzial immer auch mit einem erhöhten Risiko einhergehen. Deshalb sei es so wichtig, die Kapitalanlage möglichst gut auszutarieren. (Ausgabe vom 29.07.2020) (31.07.2020/fc/a/f)






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