DPAM Invest B Equities Euroland-Fonds: Euro-Aktien können kurzfristig outperformen


16.10.19 12:30
Degroof Petercam

Brüssel (www.fondscheck.de) - Aus taktischer Sicht sind Euro-Aktien unbeliebt, insbesondere bei ausländischen Investoren, so Koen Bosquet, Fondsmanager des DPAM Invest B Equities Euroland, von Degroof Petercam Institutional Asset Management (DPAM).

Die Region werde häufig als eine Wertfalle ("Value Trap") angesehen. Die Bewertungen sähen zunächst attraktiv aus, aber in der Regel enttäusche das Gewinnwachstum aufgrund von Faktoren, wie Regulierung, politische Instabilität und zurückgehaltene Investitionen.

Kurzfristig könnten Euro-Aktien dennoch outperformen. Dazu bräuchte es vor allem einen auf der Zielgerade doch noch geregelten Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Alles, was einem geordneten Brexit nahekomme, würde ein wichtiges Argument nehmen, warum ausländische Investoren die europäische Region für nicht investierbar halten würden. Ein weiterer Faktor, der Euro-Aktien Rückenwind geben würde, wäre ein Handelsabkommen zwischen China und den USA. Auch wenn es nur in Teilen zustande käme, würde es wahrscheinlich den verarbeitenden Teil der Weltwirtschaft wiederbeleben, der derzeit jede Erholung behindere.

In diesem Fall würden wir eine globale Rally von unterbewerteten Titeln erleben, so die Experten von Degroof Petercam Institutional Asset Management. Angesichts ihrer Zusammensetzung würden Euro-Indices insgesamt eine Outperformance erzielen. Ein gutes Beispiel sei der Automobilsektor. Auf die eine oder andere Weise stünden viele europäische Unternehmen mit der Automobilindustrie in Verbindung. Und auch mit Schwellenländern. Auch hier würde ein Handelsabkommen - zusammen mit einer noch stärkeren Abschwächung des US-Dollar - europäische Aktien unterstützen. Ein weiteres Beispiel seien Banken, die in den Indices in Europa noch immer ein Schwergewicht bilden würden. Sie seien durch verschiedene Faktoren, wie negative Zinsen, starke Regulierung und neue digitale Wettbewerber stark beeinträchtigt worden. Aber angesichts der Bewertung und des Potenzials, hohe Dividenden zu zahlen, würden einige von ihnen (wie KBC oder ING) kurzfristig eine relativ bessere Performance erzielen.

Längerfristig sei der Case für Euro-Aktien deutlich schwieriger, da einige der strukturellen Gegenwinde erst umgekehrt werden müssten. Außerdem würden europäische Unternehmen tendenziell stärker dazu neigen, von Disruption betroffen zu sein, anstatt diese selbst auszulösen. Positive Impulse seien hingegen von wieder steigenden Staatsausgaben zu erwarten. Nach Jahren der Sparpolitik gebe es erste Anzeichen für zukünftig höhere öffentliche Ausgaben. Aber die derzeit auf dem Tisch liegenden Budgets seien zu zaghaft, um bedeutende Auswirkungen zu erzielen.

Sparen gelte als charakteristisch für die nordeuropäische Kultur, also werde es Zeit brauchen. Klar sei, dass die Finanzpolitik Investitionen zur Bekämpfung des Klimawandels unterstützen werde. Dies biete Investitionsmöglichkeiten, da sich viele europäische Unternehmen schon früh mit grüner Technologie beschäftigt hätten. Einige der traditionellen Versorger oder sonstigen Energieunternehmen könnten überraschende Gewinner sein.

Große Indices seien nicht die einzige Möglichkeit, in europäische oder Euro-Aktien zu investieren. Es gebe viele Bereiche des Anlageuniversums, die genau das Gegenteil einer Wertfalle darstellen würden. Zukunftsorientierte Unternehmen mit globaler Reichweite seien auch in Europa zu finden. SAP (Deutschland) und ASML (Niederlande) seien hier hervorragende Beispiele. Und auch in schwierigen Branchen wie Telekommunikation oder Baustoffe sei man in der Lage, Outperformer mit dominanter Marktstellung und einem starken Managementteam zu finden - wie zum Beispiel Cellnex (Spanien) oder Kingspan (Irland).

Trotz der vielen Unwägbarkeiten, die es derzeit gebe, sei es sinnvoll, dass sich Anleger taktisch positionieren würden. Die Annahme, dass der Brexit geordnet stattfinde, könnte in Bezug auf europäische Aktien zu einem signifikanten Performancebeitrag führen - und entsprechend umgekehrt bei einem ungeordneten Brexit. (16.10.2019/fc/a/f)





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