Comgest Magellan-Fonds: Die Emerging Markets nach dem jüngsten Einbruch - Fondsanalyse


09.09.15 11:47
Comgest

Paris (www.fondscheck.de) - Das globale makroökonomische Bild hat in den vergangenen Wochen und Monaten an Komplexität gewonnen, so die Experten von Comgest im Kommentar zum Comgest Magellan-Fonds (ISIN FR0000292278 / WKN 577954, C EUR).

Insbesondere die Emerging Markets (EM), als eine Art Spiegelbild dieser Herausforderungen, hätten erheblich unter den Entwicklungen gelitten. Während der MSCI EM in den letzten zwölf Monaten in Lokalwährung um 15 Prozent gefallen sei, befinde er sich in US-Dollar im Bereich einer Baisse.

Der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer stehe unter Druck. Der private Konsum werde durch die steigende Arbeitslosigkeit in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) und Lateinamerika zunehmend belastet. Derweil werde auf den jahrzehntelangen Anstieg der Verschuldung voraussichtlich eine Zeit des Schuldenabbaus folgen. Die öffentlichen Ausgaben seien gedämpft, da sich viele Regierungen, insbesondere in der EMEA-Region und in Lateinamerika, nahe an ihrem Ausgabenlimit befinden würden.

Auf der anderen Seite würden sich Länder wie China gegen unterstützende Maßnahmen durch öffentliche Gelder entscheiden und sich auf die Reform ihrer Volkswirtschaften konzentrieren. Der Rohstoffzyklus tendiere weiterhin zur Baisse, was die privaten Investitionen tendenziell dämpfe, während die Unternehmen verstärkt auf Produktivität und Rentabilität setzen würden. Indien sei hierbei die Ausnahme, da die marode Infrastruktur des Landes Investitionen benötige und die Regierung angebotsseitige Reformen vorantreibe.

Die gute Neuigkeit sei, dass sich der ausgeprägte Pessimismus der Anleger gegenüber den Schwellenländern weiter intensiviert und bereits zu erheblichen Mittelabflüssen geführt habe. Das wiederum bedinge zwar einerseits die im Vergleich zu den Industrieländern schwache Börsenentwicklung der globalen Schwellenländer, führe auf der anderen Seite aber zu einer extrem niedrigen Erwartungshaltung. Gemessen an der relativen Bewertung würden sich EM-Aktien gegenüber den Industrieländern auf einem 10-Jahres-Tief befinden, was sich positiv auf die Anlageklasse auswirken könnte. Paradoxerweise könnten sich die Schwellenländer daher als eher defensive Anlage erweisen, vorausgesetzt ein letzter finaler Einbruch bzw. eine Kapitulation bleibe aus.

Beim Blick nach China erkenne man, dass die massiven Marktbewegungen auf die Finanzmarktreform zurückzuführen seien. Diese sei zwar insgesamt positiv zu bewerten, habe jedoch eine erhebliche Volatilität ausgelöst. Während der überwiegend von Privatinvestoren dominierte A-Aktienmarkt zum Teil überbewertete Bereiche aufweise, könne man von einer Überbewertung des Shanghai Composite bei einem 12-Monats-KGV von 14 und einem Forward-KGV von 11 nur schwer sprechen.

Als Stock-Picker würden die Experten von der heterogenen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft profitieren. Die Experten würden über keinerlei Anlagen im "Alten China" verfügen, das durch kapitalintensive, von Überkapazitäten geplagte Branchen geprägt sei. Stattdessen richte sich der Schwerpunkt des Stock-Picking der Experten auf das "Neue China", in dem steigende verfügbare Einkommen eine solide Grundlage für wachstumsstarke Konsumgüterunternehmen bilden würden. Unternehmen wie Netease im Online-Spielesowie Werbemarkt oder Kweichow Moutai im chinesischen Spirituosenmarkt seien nur zwei Beispiele hierfür.

Ein aktives Stock-Picking sei in diesem schwierigen Umfeld der richtige Ansatz. Bei Comgest würden die Experten auf das sich ständig wandelnde Makroumfeld mit einer konsequenten Ausrichtung auf die Identifizierung von Qualitätswachstumsunternehmen reagieren. Die Experten seien überzeugt, dass ihre Fähigkeit zur Wertschaffung nicht auf dem Versuch beruhen könne, komplexe und unsichere makroökonomische Entwicklungen vorherzusehen.

Stattdessen würden sich die Experten auf eine relativ geringe Anzahl von Qualitätswachstumsunternehmen mit einem fundierten, langfristigen Wettbewerbsvorteil konzentrieren, der den Gewinn je Aktie als Haupttreiber der Aktienperformance langfristig und stetig voranbringe. Aufgrund ihres Schwerpunkts auf Unternehmen mit hohen Einstiegsbarrieren und bewährter Preissetzungsmacht liege der Fokus der Experten generell abseits von überaus zyklischen Branchen. Die Experten würden beispielsweise weder in Rohstoffunternehmen noch in Banken investieren, wodurch sie vergleichsweise immun gegenüber dem oben dargestellten, komplexen makroökonomischen Umfeld seien.

Man sollte sich das Beispiel von Kweichow Moutai, Chinas führendem Spirituosenanbieter, einmal etwas genauer ansehen. Die Stärke der Marke und die Qualität der Produkte würden sich zweifelsohne an der Fähigkeit des Unternehmens zur stetigen Umsatz- und Gewinnsteigerung erkennen lassen. Während die Branche zwischen 2012 und 2014 insgesamt aufgrund der sinkenden Nachfrage durch die ergriffenen Antikorruptionsmaßnahmen geschrumpft sei, habe Kweichow Moutai den Marktanteil durch Umsatz- und Gewinnwachstum weiter ausbauen können.

In den letzten beiden Quartalen habe das Unternehmen ein Wachstum im doppelstelligen Bereich verzeichnet - eine Entwicklung, die sich wohl in den kommenden fünf Jahren fortsetzen sollte. Die Eigenkapitalrendite (ROE) des Unternehmens liege bei 30 Prozent und die Bewertung sei nach wie vor mit dem 13-Fachen des 12-Monats-EPS sowohl gegenüber dem Branchenumfeld als auch in absoluten Zahlen attraktiv.

Die EPS-Wachstumsprognose für den Portfoliobestand des Magellan betrage 8,2 Prozent für das Jahr 2015. Das EPS-Wachstum für den Index von derzeit 11,5 Prozent liege darüber, werde aber nach unten korrigiert. Die Gewinnschätzungen des Magellan für das Jahr 2015 hätten sich über die vergangenen drei Monate um 2,1 Prozent erhöht, was die Widerstandsfähigkeit des Ansatzes der Experten untermauere.

Der Fonds werde derzeit bei einem 12-Monats-KGV von 16 gegenüber 11,3 beim MSCI Emerging Markets gehandelt. Die Experten würden diesen Aufschlag als Preis sehen, den man insbesondere in unsicheren Zeiten für gute Vorhersehbarkeit, Durabilität des Gewinnwachstums und eine Eigenkapitalrendite über Index zahle. Im Vergleich: Der ROE des Fonds liege bei 15,3 Prozent und somit über dem ROE des Index von 11,6 Prozent.

Gestützt durch ihre Ausrichtung auf Qualitätswachstum und ihren sehr aktiven Investmentansatz würden die Experten optimistisch in die Zukunft schauen. Nach der Leugnungsphase (2010 - 2012) und einer Zeit der Angst (2012 - 2015) könnten die Turbulenzen im August den Beginn der Kapitulationsphase eingeleitet haben. Derzeit könnte somit ein passender Zeitpunkt für einen vorsichtigen Einstieg langfristig orientierte Anleger sein. (09.09.2015/fc/a/f)





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