CS (Lux) Global Robotics Equity Fund: Robotik und Automatisierung - Chance oder Bedrohung? - Fondsanalyse


04.04.17 14:00
Credit Suisse

Zürich (www.fondscheck.de) - Die Technologiebranche ist heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Industrieländer und beschäftigt weltweit mehr als 15 Millionen Menschen, so Angus Muirhead, Manager des CS (Lux) Global Robotics Equity Fund (ISIN LU1330433571 / WKN A2AKY9) und des CS (Lux) Global Security Equity Fund (ISIN LU0909471251 / WKN A1T79B, B USD; ISIN LU0909472069 / WKN A1T8G2, BH EUR) bei der Credit Suisse.

Da jedoch intelligentere, erschwinglichere Robotiklösungen körperliche und kognitive Aufgaben zunehmend besser erledigen würden als Menschen, würden einige Beobachter behaupten, dass viele Jobs unweigerlich an derartige Systeme verloren gehen würden. Andere hingegen seien der Meinung, die Technologie werde neue Arbeitsplätze schaffen. In diesem Artikel befassen wir uns mit beiden Seiten der Debatte und stellen die Frage, ob wir die Auswirkungen der Technologie beschränken oder der Technologie vielmehr aufgeschlossen gegenüberstehen, uns an sie anpassen und gemeinsam mit ihr weiterentwickeln sollten, so die Experten der Credit Suisse.

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel mit dem Titel "A future that works" schätze McKinsey & Company, dass beim derzeitigen Stand der Technik weniger als 5% aller Arbeitsplätze weltweit vollständig "automatisierbar" wären. Wenn man zu diesen 5% zähle, sei dies gewiss eine unerfreuliche Nachricht, doch sie werde das soziale Gefüge der Welt wahrscheinlich nicht aus den Angeln heben. Allerdings gehe McKinsey weiter davon aus, dass in 60% aller Berufe rund 30% der Arbeit automatisierbar wären. Und da zu erwarten sei, dass das Tempo der technologischen Innovation anziehe, werde sich Technologie mit der Zeit weiter ausbreiten und größeren Einfluss auf den Arbeitsmarkt nehmen.

Des Weiteren werde sich dieser Einfluss aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf gering qualifizierte Fabrikarbeit und körperliche Tätigkeiten beschränken. Die Fortschritte künstlicher Intelligenz und des maschinellen Lernens würden nahelegen, dass auch Fach- und kognitive Arbeit in höher qualifizierten Berufen sowie im Dienstleistungssektor betroffen sein könnte.

Für Unternehmenseigner würden die ökonomischen Argumente Sinn ergeben. Mit fortschreitender technischer Entwicklung würden die Kosten für Robotik und Automatisierung im gleichen Maße sinken, wie die Kapazitäten und die Leistungsfähigkeit dieser Systeme steigen. Kollaborative Roboter oder "Cobots" seien ein gutes Beispiel dafür, was mit aktueller Technologie bereits möglich sei. Sie würden eine neue Generation von Robotern darstellen, die leicht zu programmieren seien, gefahrlos mit Menschen zusammenarbeiten könnten und schon für einen Preis von USD 20 000 zu haben seien - rund ein Zehntel der Kosten eines typischen Industrieroboters, unter Berücksichtigung der Kosten für Installation, Integration und Programmierung.

Seit dem ersten kommerziellen Verkauf eines Cobot im Jahr 2008 durch Universal Robot im dänischen Odense seien weltweit mehrere Cobot-Hersteller entstanden, beispielsweise das amerikanische Unternehmen Rethink Robotics, F&P Robotics in der Schweiz, die deutsche Franka Emika GmbH und der kanadische Anbieter Kinova Robotics, um nur einige wenige zu nennen. Das attraktive Preisniveau und die einfache Handhabung würden die Cobots nicht nur für Branchenriesen, sondern auch für kleinere Hersteller, die weltweit den Löwenanteil des Verarbeitenden Gewerbes ausmachen würden, zu wirtschaftlich sinnvollen Investitionen machen - und das eröffne ein großes Marktpotenzial.

Während Roboter durch den technischen Fortschritt immer günstiger würden, würden sich menschliche Arbeitskräfte in die entgegengesetzte Richtung bewegen: Sie würden bezüglich ihrer Arbeitsbedingungen immer anspruchsvoller und angesichts steigender Mindestlöhne und Sozialleistungen zunehmend teurer. Zudem würden Regierungen die Zahl der Arbeitsstunden pro Woche begrenzen. Tatsächlich stelle Arbeitskräftemangel Unternehmen und Regierungen in aller Welt vor zunehmende Probleme, da viele Menschen sich dafür entscheiden würden, nicht mehr in Fabriken oder am Fließband, sondern in kreativeren Positionen unter komfortableren Bedingungen zu arbeiten. Die Situation werde weiter verschärft durch eine zunehmend alternde Bevölkerung in den Industrieländern und eine restriktivere Immigrationspolitik, die den Zufluss billiger Arbeitskräfte aus weniger entwickelten Volkswirtschaften beschränke.

Die Boston Consulting Group schätze, dass aufgrund des demografischen Wandels einige Länder 2020 vor einem Arbeitskräftemangel stehen würden, der bis 2030 die meisten Länder in der Studie erfasst haben werde. Unter diesem Gesichtspunkt beurteilt, könnte man Robotik als Lösung für ein Problem betrachten und nicht als die Ursache.

Für viele Unternehmen laute die Frage nicht: "Soll ich Menschen einstellen oder in einen Roboter investieren?" Vielmehr heiße es: "Woher nehme ich die Produktivitätszugewinne, die ich brauche, um meinen Betrieb am Laufen zu halten?" Aus diesem Blickwinkel betrachtet werde das Argument gegen die Robotik auf den Kopf gestellt. Immer öfter sehe man Beispiele dafür, wie Robotik und Automatisierung Arbeitsplätze retten würden, indem sie Unternehmen den nötigen Wettbewerbsvorteil verschaffen würden, um so Fabriken erhalten zu können. Sie würden sogar Arbeitsplätze aus Billiglohnländern zurück ins eigene Land bringen.

Die Bicycle Corporation of America habe Schlagzeilen gemacht, als sie 10% ihrer Produktionskapazitäten aus China in die USA zurückgeholt habe, indem sie in einem neuen Werk in South Carolina 140 Mitarbeiter eingestellt habe. Im Januar habe CEO Arnold Kramer gegenüber CBS News geäußert, dass dies nur durch Kosteneinsparungen aufgrund von Automatisierung möglich geworden sei: "Wir nutzen verstärkt Anlagen, die uns effizienter machen."

In der Schweiz hätten sich einige Unternehmen, die angesichts eines starken Franken und hoher Arbeitskosten um ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit ringen würden, Robotiklösungen zugewandt. Der Aromen- und Duftstoffhersteller Firmenich International habe im Verlauf von drei Jahren CHF 60 Mio. in hochmoderne Automatisierungssysteme investiert und seine globalen Kapazitäten damit um 25% gesteigert. Obwohl sich die Belegschaft dadurch nicht vergrößert habe, habe der daraus resultierende Produktivitätszuwachs das Unternehmen auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig gemacht, seine Position als Hauptakteur in der Aromen- und Duftstoffbranche gefestigt und dafür gesorgt, dass die aktuelle Belegschaft erhalten bleiben könne.

Das US-amerikanische Bureau of Labor Statistics schätze, dass 3,9 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten 2014 in "Computer- und IT-Berufen" beschäftigt gewesen seien. Bis 2024 solle diese Zahl um rund 12% auf 4,4 Millionen ansteigen und damit fast doppelt so schnell wachsen wie die erwarteten 6,5% für alle Berufsfelder zusammen. Darüber hinaus habe der durchschnittliche Jahreslohn für Computer- und IT-Berufe im Mai 2015 bei USD 81 430 und damit deutlich höher als der Durchschnittswert von lediglich USD 36 200 für alle übrigen Berufe zusammen gelegen.

Es erfordere Systemdesigner, Softwaretechniker, Programmierer, Wartungs- und Supportmitarbeiter, um robotische und autonome Systeme sowie die darauf laufenden Anwendungen und Dienste zu entwerfen, zu entwickeln und zu unterstützen. Wie viele dieser Funktionen im Laufe der Zeit selbst automatisiert werden könnten, sei noch unklar. Es lägen jedoch bereits Studien vor, die die Einschätzung stützen würden, dass künstliche Intelligenz und Robotik mehr neue (und in der Regel hochwertigere) Arbeitsplätze schaffen könnten, als sie ersetzen würden, und dabei die Produktivität und Lebensqualität der gesamten Gesellschaft verbessern könnten.

Mit der Technologie und dem Beziehungsgeflecht aus Unternehmen, Dienstleistungen und Anwendungen, das sie mit sich bringe, tue sich den Erwerbstätigen eine ganze Welt neuer Möglichkeiten auf. Einem Bericht des US-Arbeitsministeriums zufolge würden rund 65% aller heutigen Schulkinder in Zukunft Beschäftigungen nachgehen, die es heute noch gar nicht gebe. Und dennoch bleibe man oft kurzsichtig und leide man bezüglich des Potenzials zukünftiger Technologien unter einem Mangel an Vorstellungskraft. Charles Holland, Kommissar des US Patent and Trademark Office, habe angeblich Ende des 19. Jahrhunderts gesagt: "Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden." 60 Jahre später habe Tom Watson, der damalige Präsident von IBM geschätzt, dass weltweit ein Bedarf an etwa fünf Computern bestünde.

Im Verlauf der Geschichte sei die erwerbstätige Bevölkerung immer wieder durch technologische Innovationen erschüttert worden, was zu Phasen konzentrierter Arbeitslosigkeit und sozialen Unruhen geführt habe. Vor 200 Jahren hätten Arbeiter in England Maschinen in den Baumwoll- und Wollspinnereien zerstört, da sie - völlig zu Recht - befürchtet hätten, dass sie ihre Arbeitsplätze an Maschinen verlieren würden, die von geringer qualifizierten, günstigeren Arbeitskräften betrieben worden seien.

20 Jahre später habe die Erfindung der von Pferden gezogenen Dreschmaschine vergleichbaren Zorn auf sich gezogen. Jahre später hätten zunächst die Dampfkraft, dann die Elektrizität sowie die Fließbandproduktion Einzug in die Fabriken gehalten und den Ökonomen John Maynard Keynes in den 1930er Jahren zur Prägung des Begriffs "technologische Arbeitslosigkeit" veranlasst. Dieser habe der Beschreibung einer Periode gedient, in der die Schaffung neuer Arbeitsplätze mit der Rationalisierung der Arbeit durch technische Neuerungen nicht mehr Schritt habe halten können.

Da sich das Tempo der technologischen Innovation im Zeitalter der Elektrizität, des Computers, der Digitalisierung, des Internets und der mobilen Kommunikation deutlich beschleunigt habe: Sollte man nicht ein noch viel größeres Ausmaß dessen beobachten, was Keynes als "technologische Arbeitslosigkeit" bezeichnet habe? Darüber hinaus müsste man aufgrund der parallel zur technologischen Innovation verlaufenden (und in weiten Teilen erst dadurch ermöglichten) Explosion der Weltbevölkerung von 1,6 Milliarden Menschen im Jahr 1900 auf heute 7,3 Milliarden annehmen, dass die aktuelle Rate technologischer Arbeitslosigkeit Züge einer Malthusianischen Katastrophe annehme.

Doch trotz des Zusammenfalls beschleunigter Innovation und einer rasant wachsenden Weltbevölkerung habe sich das Los des "Durchschnittsmenschen" eindeutig verbessert. Sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität seien weltweit gestiegen. Eine 2012 veröffentlichte Studie der Universität Oxford zeige, dass das reale Pro-Kopf-Einkommen im Verlauf der letzten hundert Jahre relativ gleichmäßig angewachsen sei und dass viele der Vorzüge, die man heute genießen könne - Zugang zu Information, Verfügbarkeit von Nahrung und sauberem Wasser und die Möglichkeit, mit einem breiten Personenspektrum zu kommunizieren und die Welt ungehindert und sicher bereisen zu können -, in den Daten nicht vollständig berücksichtigt würden.

Die wahren Auswirkungen auf Gesellschaft und Arbeitnehmer würden erst in einigen Jahren erkennbar sein, wenn die Sättigung der Wirtschaft durch Roboter zunehme. Aktuell sei die Zahl der Industrieroboter noch überraschend gering und stehe im Verarbeitenden Gewerbe weltweit in einem Verhältnis von sieben Robotern zu 1000 Arbeitern.Aber dank der Cobots, künstlicher Intelligenz und weiterer Fortschritte wachse diese Zahl stetig. Die globale Automobilindustrie beschäftige bereits über 120 Roboter pro 1000 Arbeiter und auch außerhalb der Fabriken würden Roboter, Automatisierung und künstliche Intelligenz zunehmend Einzug im Alltag der Menschen halten.

In Krankenhäusern werde künstliche Intelligenz zur Unterstützung bei der Krebsdiagnose verwendet und chirurgische Eingriffe würden dank Roboterunterstützung immer präziser. Roboterportiers würden Hotelgästen ihr Gepäck und ihre beim Zimmerservice aufgegebenen Bestellungen liefern. In Pflegeheimen würden Patienten ihre Medikamente auf dem gleichen Wege erhalten.

Automatische Buchungs-, Check-in- und Vorbestellungssysteme würden Restaurants und Hotels effizienter arbeiten lassen, und viele würden bereits damit experimentieren, Roboter bei der Zubereitung von Speisen in der Küche, beim Kaffeekochen und Cocktailmixen einzusetzen. In den akademischen Berufen sei die auf Algorithmen basierende Automatisierung von Vorgängen und der Beratung im Rechts-, Buchhaltungs- und Finanzdienstleistungsbereich auf dem Vormarsch und in der Logistikbranche sei es wahrscheinlich, dass die erwarteten Sicherheitsvorteile vollständig autonomer Fahrzeuge zu einer raschen Einführung dieser Technologie führen würden.

Robotik und Automatisierung würden bereits viele Bereiche des Lebens prägen. Doch Fortschritte in der Prozessorleistung und damit verbundene Plattformtechnologien wie Cloud Computing und mobile Netzwerke würden immer leistungsfähigere künstliche Intelligenzen und autonome Systeme möglich machen, die "lernen" und sich gegenseitig "lehren" könnten. Mit zunehmender Komplexität dieser Systeme könnten ihre Auswirkungen auf Arbeit und Gesellschaft schneller und umfassender eintreten als alles, was man in der Geschichte bisher beobachtet habe.

Vor Kurzem habe Bill Gates, Mitgründer von Microsoft, in einem Interview mit dem Magazin Quartz empfohlen, Roboter zu besteuern, um ihre Einführung zu verlangsamen und die Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte abzufedern. Darin liege eine gewisse Ironie, sei es doch nicht zuletzt Microsoft gewesen, welche durch die vom Unternehmen im Verlauf der letzten 30 Jahre entwickelten Softwarelösungen so viele Büro- und Schreibarbeiten automatisiert habe. Doch der Gedanke werfe eine entscheidende Frage auf: Sei es besser, die Fortschritte der Technologie zu begrenzen, um ihre Auswirkungen einzuschränken und die Gesellschaft vor ihnen zu schützen, oder sollte man eher die Gesellschaft derart umgestalten, dass sie in puncto Produktivität und Lebensqualität optimal von diesen Innovationen profitieren könne?

Vielleicht werde die Nutzung von künstlicher Intelligenz und Robotern irgendwann auf Regierungsebene reguliert und kontrolliert werden. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass eine Robotersteuer die gewünschten Effekte bringe. Roboter und automatisierte Systeme seien lediglich moderne Werkzeuge zur Verbesserung der Produktivität und würden häufig Aufgaben übernehmen, die Menschen nicht durchführen könnten oder wollten. Die Besteuerung produktivitätssteigernder Werkzeuge an sich könnte auf Dauer zum Zusammenbruch von Unternehmen führen. Die Folge wäre ein Verlust von Gewinnen, von Steuern und von Arbeitsplätzen.

Zudem bestehe das Risiko, dass Länder, die sich für die Einführung einer solchen Besteuerung entscheiden würden, damit allein auf weiter Flur stünden und ihre Wirtschaft dadurch im Hinblick auf die globale Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität für Investitionen zurückwerfen könnten. Der Preis für den kurzfristigen Erhalt von Arbeitsplätzen wäre langfristig die mangelnde Tragfähigkeit ganzer Branchen.

Tatsächlich sei die "Maschinensteuer", die Idee der Besteuerung von Robotern und Arbeitsmaschinen, eine Frage gewesen, die bereits in den 1970er und 1980er Jahren in Europa diskutiert worden sei. 1997 habe ein Artikel des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung schließlich einen Schlussstrich unter die Debatte gezogen. Sein Fazit sei gewesen, dass eine solche Werkzeug- oder Produktivitätssteuer die Kapitalkosten erhöhen und letztendlich negative Auswirkungen auf die Produktivität sowie einen Niedergang der Investitionen und Reallöhne zur Folge haben würde.

Die Besteuerung von Gewinnen, Vermögen und Vermögenswerten erscheine an dieser Stelle als vernünftigere Alternative, und in Erwartung weitreichender Erschütterungen auf dem Arbeitsmarkt könnten die zusätzlichen Steuereinnahmen für Einkommensunterstützung und Umschulungsmaßnahmen genutzt werden. Eine wesentliche Rolle könnte für die Regierungen möglicherweise auch die Erneuerung des "Gesellschaftsvertrages" zwischen Unternehmenseigentümern und Angestellten spielen, da es Anzeichen dafür gebe, dass die digitale Wirtschaft den Zugriff auf Informationen und Wissen demokratischer gestalte und die Lebensqualität vieler Menschen verbessere, den wirtschaftlichen Reichtum aber in den Händen einer kleinen Minderheit konzentriere.

Selbst mit neuen Steuern würden die Experten es für unwahrscheinlich halten, dass der technische Fortschritt aufgehalten und die Übernahme robotischer Lösungen durch die Wirtschaft gebremst werde. Anstatt sich dem technischen Fortschritt in den Weg zu stellen, bestehe eine vermutlich weitaus fruchtbarere Alternative darin, ihn anzunehmen - Roboter und Automatisierung in den Alltag aufzunehmen, Innovation zu fördern und zu unterstützen und zu gewährleisten, dass die Arbeitskräfte im eigenen Land ausreichend ausgebildet und flexibel genug seien, um sich den Herausforderungen des digitalen Zeitalters zu stellen.

Japan betrachte Robotik als einen alternativen Weg zu ökonomischem Wachstum, einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung zum Trotz. "Made in China 2025" schaffe Anreize für Unternehmen, in Roboter zu investieren und diese zu entwickeln, um die chinesischen Erwerbstätigen in der Wertschöpfungskette nach oben zu heben und sich vom Wettbewerb um den kleinsten gemeinsamen Nenner billiger und zahlreicher Arbeitskräfte zu verabschieden.

2005 habe die EU ein Programm mit der Bezeichnung "SMErobot" gestartet, das der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe dienen sollte. Dahinter stehe der Gedanke, Robotik zu nutzen, um kleine und mittlere Betriebe in Bezug auf Kosten und Effizienz wettbewerbsfähiger zu machen und damit zu verhindern, dass Arbeit aus Kostengründen ins Ausland ausgelagert werde. Deutschlands jüngste Initiative "Industrie 4.0" entspringe dem gleichen Grundgedanken.

McKinsey prognostiziere, dass Robotik und Automatisierung das weltweite Produktivitätswachstum um jährlich 0,8 bis 1,4% steigern würden.13 Dabei werde jedoch betont, dass diese Steigerung ohne die Zusammenarbeit zwischen Menschen, Robotern und künstlicher Intelligenz unwahrscheinlich wäre. Mit der zunehmenden Verbreitung automatisierter Systeme und ihrem Einzug in den Alltag sei die Annahme wahrscheinlich, dass die Gesellschaft größeren Wert auf menschliche Qualitäten, menschliche Interaktion, zwischenmenschliche Beziehungen und menschliche Innovation und Kreativität legen werde.

Kollaborative Roboter würden zu den am schnellsten wachsenden Zweigen der Robotikbranche gehören. Eine von MIT-Assistenzprofessorin Julie Shah durchgeführte Studie bei BMW habe eine Verringerung der Stillstandszeiten um bis zu 85% gezeigt, wenn Mitarbeiter durch Cobots effektiv unterstützt würden. Darüber hinaus habe sich gezeigt, dass ihr Einsatz die Produktivität steigern und ergonomisch problematische Aufgaben habe reduzieren können - Faktoren, die die Moral der Arbeiter gesteigert hätten und sie bei ihren Aufgaben unterstützen würden. Ein BMW-Sprecher habe verlauten lassen, dass er sich angesichts der erfolgreichen Testläufe gut vorstellen könnte, dass die Anzahl der Roboter in den Werken von BMW verdoppelt oder sogar verdreifacht würde.

Technologische Fortschritte würden ein neues Zeitalter der Automatisierung einläuten, in dem immer intelligentere und vielseitigere Roboter in immer mehr Anwendungsfällen eingesetzt würden. Damit verbunden seien mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte in bislang ungeahntem Tempo und Umfang. Potenziell könnte sich die Art, wie man arbeite, grundlegend verändern.

Während ein gewisses Maß an Erschütterungen unvermeidbar scheine, könnten Volkswirtschaften, die in der Lage seien, die berufstätige Bevölkerung schnell entsprechend umzuschulen und zu motivieren, wahrscheinlich die größten Vorteile aus dieser Entwicklung ziehen. Dies gelte nicht nur im Hinblick auf die wirtschaftliche Produktivität, sondern auch bezüglich effizienter Ressourcennutzung, der Vorzüge einer "Sharing Economy" und einer Verbesserung der Lebensqualität.

Da Robotik und Automatisierung zunehmend einen Platz in dem Alltag finden und an Bedeutung für das Leben der Menschen gewinnen würden, werde auch das Thema Sicherheit immer wichtiger. Die Beziehung zwischen Robotik und Sicherheit sei symbiotisch: Mehr Robotik und Automatisierung erfordere mehr Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen, und umgekehrt erfordere die Ausbreitung von Sicherheitssystemen immer weitreichendere Automatisierung, damit sie effizient betrieben und verwaltet werden könnten. Die Experten hätten zwei Strategien entwickelt, um Kunden ein "Pure Play"-Engagement in jedem dieser überzeugenden und miteinander verknüpften langfristigen Wachstumsthemen zu bieten: Sie würden die Themen Robotik und Automatisierung sowie Schutz und Sicherheit umfassen. (04.04.2017/fc/a/f)





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