Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds: 07/2020-Bericht, Wertanstieg von 2,0% - Fondsanalyse


02.09.20 12:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe Small-Fonds (ISIN LU0631859229 / WKN A1JG2G, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in kleinkapitalisierte, europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in europäischen Small Caps ergeben würden.

Der Fonds investiere in kleinkapitalisierte, börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit min. 20% der Stimmrechtsanteile maßgeblich beeinflusst würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Management-Team identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Small und Mid Caps hätten den Juli gemessen am MSCI Europe Small Cap exUK Index angesichts eines Gewinns von 1,9% zum fünften Monat in Folge im Plus beendet und den breiteren Markt übertroffen. Die erste Schätzung des Q2-BIP für die Eurozone habe einen historischen Rückgang von 12,1% (QOQ) gezeigt. Ein Teil dieses Rückgangs dürfte jedoch im Q3 2020 wettgemacht werden. Der Composite PMI für die Eurozone sei im Juli zum dritten Mal in Folge auf ein 25-Monate-Hoch von 54,8 Punkten gestiegen, wobei sowohl das Verarbeitende Gewerbe als auch Dienstleistungsbetriebe eine Verbesserung der Geschäftsbedingungen erwarten würden. Neuaufträge seien erstmalig seit Februar gestiegen, aber die Arbeitslosigkeit habe zum fünften Monat in Folge zugenommen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hätten sich auf die Einzelheiten des EUR 750 Mrd. schweren Wiederaufbaufonds und auf ein neues Haushaltsbudget mit einem Gesamtvolumen von EUR 1.074 Mrd. bis 2027 geeinigt - ein sowohl wirtschaftlich als auch politisch betrachtet wichtiger Meilenstein. Beides müsse jedoch noch vom europäischen Parlament und den nationalen Parlamenten genehmigt werden. Auf Sektorebene habe der Monat ein gemischtes Bild geboten. Während Kommunikationsdienstleistungen (+5,0%), Gesundheit (+3,2%) und Industrie (+3,2%) am besten abgeschnitten hätten, hätten Immobilien (+0,2%), IT (+0,4%) und Energie (+0,6%) die Schlusslichter gebildet.

In diesem Umfeld habe der Fonds 2,0% (EUR/B-Anteile) fester geschlossen und seine Benchmark um 10 Bp übertroffen. Seine Outperformance seit Jahresanfang summiere sich auf 6,1%. Die größten Gewinnbringer im Berichtsmonat seien Asetek (+22,5%), IMA (+26,2%) und Rovi (+14,6%) gewesen. Asetek habe seine Umsatzwachstumsprognose für das laufende Jahr auf 5 bis 15% angehoben, was auf eine rasche Erholung seiner PC-Sparte von den Vorjahresproblemen infolge der sino-amerikanischen Handelsspannungen schließen lasse. Gleichzeitig bleibe die Nachfrage nach Servern stark, da die Rackdichte zunehme und der Druck zur Senkung des Energieverbrauchs steige.

BC Partners habe sich mit dem Mehrheitsaktionär von IMA, der Familie Vacchi, zusammengetan, um das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Bei der Transaktion im Wert von EUR 2,9 Mrd. handle es sich um den größten privaten Buyout in Europa in diesem Jahr (EUR 68 je Aktie, Prämie von 26% auf den Dreimonats-Kursdurchschnitt). Die Experten der Bellevue Asset Management AG haben ihre Position in dem Titel angesichts der unterbewerteten Fundamentaldaten vor kurzem aufgestockt. Das spanische Pharmaunternehmen Rovi habe die Unterzeichnung eines Vertrages mit Moderna über die Herstellung von dessen COVID-19-Impfstoffkandidaten außerhalb der USA bekannt gegeben. Ersten Schätzungen zufolge umfasse dieser Vertrag 300 bis 400 Mio. Impfdosen, was hochmargigen zusätzlichen Einnahmen von EUR 50 bis 70 Mio. für Rovis Lohnfertigungsgeschäft entspreche.

Die größten Verlustbringer im Berichtsmonat seien CAF (-9,8%), CTT Systems (-11,0%) und VARTA (-5,0%) gewesen. CAF habe im Vorfeld der Bekanntgabe seiner H1-Zahlen merklich an Wert eingebüßt, beeinträchtigt durch das schwache Ergebnis, das Talgo Mitte Juli für das H1 2020 veröffentlicht habe. Die Halbjahreszahlen seien auf Umsatz- und Margenebene letztendlich besser als befürchtet ausgefallen. Den Experten der Bellevue Asset Management AG gefallen nach wie vor die positiven Fundamentaldaten für die Branche und CAFs niedrige Bewertung gegenüber der Peergroup. CTT Systems, der Hersteller von Luftentfeuchtungssystemen für Flugzeuge, habe trotz eines Umsatzrückgangs am unteren Ende seiner Prognose (-51%) im H1 2020 eine zweistellige EBIT-Marge ausgewiesen. Mit Blick auf die Zukunft habe der CEO hervorgehoben, dass der Auslastungsgrad der globalen B787-Flotte von 36% im April inzwischen wieder auf 63% angestiegen sei, was ab dem Q4 2020 und darüber hinaus zu einer Erholung des Aftermarket-Geschäfts führen sollte.

VARTA habe nach einer dreimonatigen Kursrallye von über 50% unter leichten Gewinnmitnahmen gelitten. Die Experten der Bellevue Asset Management AG räumen dem Titel weiteres Kurspotenzial ein. Jüngste Befürchtungen eines steigenden Preisdrucks würden sie aufgrund der starken Wettbewerbsposition für übertrieben halten.

Das COVID-19-Szenario der Experten der Bellevue Asset Management AG bleibt im Grossen und Ganzen unverändert. Sie würden keine erneuten nationalen Lockdowns, sondern eher lokale, maßgeschneiderte Antworten auf das Aufflackern des Virus erwarten. An der Impfstofffront dürften im Q3/Q4 erste aussagekräftige positive Ergebnisse vorgelegt werden und mit einer kommerziellen Einführung sei etwa im Q2 2021 zu rechnen. Eine Analyse der laufenden Berichtssaison bestätige ein düsteres Q2 2020, das die starken negativen Spuren des Lockdowns widerspiegele. Überraschenderweise seien die bisher veröffentlichten Rentabilitätsdaten besser als erwartet ausgefallen, vor allem in den Industriesektoren. Die Experten der Bellevue Asset Management AG haben ihre Position in Atea im Juli aufgestockt. Der dänische Mehrwert-Wiederverkäufer von Hard- und Software habe ermutigende Q2-Zahlen vorgelegt, wobei Umsatz (+12%) und Margen (+60 Bp, EBIT +52%) die Erwartungen übertroffen hätten. Die Nachfrage sei durch den Bedarf an Telearbeit und eine ermutigende Trendverbesserung in Dänemark angekurbelt worden, was die Widerstandsfähigkeit des langfristigen Digitalisierungstrends bei IT-Infrastruktur zeige.

Atea habe beim Software-Reselling sehr kräftige Zuwächse (+20%) verzeichnet, was die Experten als erfreuliches Zeichen für SoftwareOne betrachten würden, das seine H1-Zahlen im September veröffentlichen werde. Die Experten der Bellevue Asset Management AG rechnen damit, dass sich die Bewertungslücke (ca. 50%) zwischen Atea und den deutschen Vergleichsunternehmen Cancom und Bechtle schrittweise schließt. (Stand vom 31.07.2020) (02.09.2020/fc/a/f)






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