Bellevue (Lux) BB Entrepreneur Europe-Fonds bleibt im September 2020 unverändert - Fondsanalyse


28.10.20 09:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB Entrepreneur Europe (Lux)-Fonds (ISIN LU0415391860 / WKN A0RPSJ, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in europäische eigentümergeführte Unternehmen diversifizieren wollten. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen in Europa ergeben würden.

Der Fonds investiere in börsennotierte eigentümergeführte Unternehmen in Europa, welche von einem Unternehmer oder einer Unternehmerfamilie mit mindestens 20% der Stimmrechtsanteile kontrolliert würden. Die Eigenschaften solcher Unternehmen - fokussiertes Geschäftsmodell, kurze Entscheidungswege, nachhaltige Geschäftspolitik und starke Unternehmerkultur - würden zu Innovationseffizienz, hoher Produktqualität sowie starker Kundenbindung führen und sie würden sich nachweislich positiv auf den Aktienkurs auswirken. Das in diesem Anlagesegment erfahrene und in Unternehmerkreisen breit vernetzte Managementteam identifiziere mittels eines fundamentalen Bottom-up-Ansatzes die attraktivsten eigentümergeführten Unternehmen mit mittlerer als auch großer Marktkapitalisierung und konstruiere aus 40 bis 50 Titeln ein über Länder und Sektoren diversifiziertes Portfolio.

Europäische Aktien hätten im September gemessen am SXXR 1,4% nachgegeben und damit ihren sechsmonatigen positiven Pfad unterbrochen. Die allgemeine Stimmung sei durch den Anstieg der COVID-19-Infektionen beeinträchtigt worden, der eine vollständige Wiedereröffnung der Wirtschaft verzögere. Während die Makrodaten weiterhin verhältnismäßig robust ausgefallen seien, nähre das Fehlen weiterer fiskalpolitischer Maßnahmen Sorgen über die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung. Der zusammengesetzte PMI-Index der Eurozone sei um 1,8 Punkte auf 50,1 gefallen, wobei der Dienstleistungssektor schwach ausgefallen sei, während der Produktionssektor weiter habe anziehen können. In politischer Hinsicht würden die US-Wahlen den größten Unsicherheitsfaktor darstellen.

Auf Sektorebene sei die Rotation in Zykliker teilweise zum Stillstand gekommen. Einzelhandel (+2,9%), Basiskonsum (+2,6%) sowie Auto (+2,2%) seien die besten Performer gewesen, während Banken (-10,7%), Energie (-9,0%) und Versicherungen (-6,6%) am meisten eingebüßt hätten. Vor diesem Hintergrund sei der Fonds (EUR/B-Anteile) unverändert geblieben und habe damit 140 Bp fester als seine Benchmark geschlossen. Top 3 im Berichtsmonat seien Merck KGaA (+9,6%), RATIONAL (+24,8%) und Stora Enso (+8,5%) gewesen. Merck habe auf seinem CMD Upgrades des mittelfristigen Ausblicks für seine Life-Science-Sparte sowie eine höhere Guidance der Bereiche Halbleiter und Healthcare geliefert. Die Experten der Bellevue Asset Management AG halten Merck mit Blick auf die positive Wachstumsdynamik von Life Science und die beständige Neubewertung des Sektors für attraktiv bewertet und bauten ihre Position nach einem Treffen mit dem Unternehmen aus.

Der deutsche für professionellen Küchenbedarf Spezialist RATIONAL erhole sich von dem heftigen Nachfrageeinbruch im Q2. In Anbetracht der starken Kursentwicklung seit ihrem Kauf der Aktie im Mai (+66%) und der begrenzten Visibilität im Restaurant- und Hotelgewebe nahmen die Experten der Bellevue Asset Management AG Gewinne mit und lösten die Position auf. Der Verpackungsspezialist Stora Enso habe von einer Nachfrageerholung und steigenden Zellstoffpreisen profitiert. Die mehrjährige strategische Neuausrichtung der Gruppe von Papier auf erneuerbare Materialien komme dem Unternehmen jetzt zugute und Stora gelte als starker Mitspieler im strukturellen Wandel weg von Kunststoff zu Papier.

Die größten Verlustbringer im Berichtsmonat seien Bankinter (-18,4%), Worldline (-9,0%) und Crédit Agricole (-13,0%) gewesen. Bankinter und Crédit Agricole hätten wie der gesamte Bankensektor unter der makroökonomischen Ungewissheit infolge der erneut schwachen langfristigen Zinsen gelitten. Darüber hinaus habe Bankinter das Wiederaufflammen der COVID-19-Infektionen in Spanien belastet. Die Perspektive weiterer nationaler und/oder europäischer Bankenfusionen spreche für eine neutrale Positionierung ggü. diesem stark angeschlagenen Sektor. Worldline habe neben den Sorgen um sein Zahlungsbearbeitungsgeschäft belastet, das die Auswirkungen von COVID-19 auf den stationären Einzelhandel zu spüren bekommen könnte, das Risiko möglicher Auflagen seitens der EU-Kommission hinsichtlich der Ingenico-Übernahme. Fundamental betrachtet steche das Unternehmen als struktureller Nutznießer hervor, da die coronabedingten Hygienemaßnahmen den Übergang von Bargeldverkehr zu digitalen Zahlungsarten unter anderem beschleunigen würden.

Dank der proaktiven Positionierung und opportunistischen Titelauswahl habe der BB Entrepreneur Europe in den vergangenen sechs Monaten den SXXR performancemäßig um mehr als 900 Bp übertroffen. Die Experten der Bellevue Asset Management AG stockten im September ihre Positionen in Swatch und Sopra Steria auf. Swatch dürfte von ermutigenden Schweizer Uhrenexporten profitieren, vor allem nach China. In Kombination mit einer niedrigeren Kostenbasis würden die Experten mit einer höheren Profitabilität rechnen. Die Aktie, die derzeit unter Buchwert gehandelt werde, spiegele weder das operative Verbesserungspotenzial noch den Wert des starken Markenportfolios des Konzerns wider.

Sopra Steria habe während des letzten Treffens der Experten eine stetige Verbesserung des Umfeldes seit Q2 bestätigt. Mit einem EBIT21E von 9x spiegele der aktuelle Aktienkurs Sopras Wachstumstrend (+4/+5%) nicht ausreichend wider, der durch strukturelle Digitalisierungsbedürfnisse und einen diversifizierten Kundenmix (nach Sektoren, Regionen, öffentliche/private Unternehmen) begünstigt werde. Außerdem würden das Margenpotenzial und die positive Entwicklung des Bankensoftware-Geschäfts kaum in die Bewertung einfließen. (Stand vom 30.09.2020) (28.10.2020/fc/a/f)






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LU0415391860 A0RPSJ 364,93 € 224,27 €