BB African Opportunities (Lux)-Fonds: 09/2020-Bericht, Performanceminus von 2,1% - Fondsanalyse


27.10.20 10:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB African Opportunities (Lux)-Fonds (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D, EUR B) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in Aktien in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollten. Der Fonds weise die für Schwellenländer-Aktien typischen Anlagerisiken auf.

Der Fonds investiere vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es seien insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und hohen Rohstoffvorkommen profitieren würden. Der Fonds investiere aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländerspezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen würden, würden auf profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen fokussieren, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren würden. Mittels eines fundamentalen Bottom-up und Top-down-Ansatzes würden die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen auswählen und aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konstruieren.

Daten der Johns Hopkins University zufolge sei die Zahl aktiver COVID-19-Fälle in Afrika erneut von 240 000 Personen Ende August auf 220 000 im September gesunken. Allerdings habe das Auftreten neuer Fälle in immer mehr Ländern des Kontinents diesen positiven Trend gedämpft. Die Lockerung der Beschränkungen in der Region habe sich mit Ausnahme weniger Nationen trotz des Risikos einer zweiten Welle fortgesetzt. Angola habe sich nach Restrukturierung mehrerer Darlehen großer Gläubiger im Rahmen der Erweiterten Fondsfazilität (EFF) des IWF einen zusätzlichen Kredit in Höhe von USD 765 Mio. (insgesamt nun USD 4,5 Mrd.) gesichert. Sambia hingegen sei angesichts seiner Devisensorgen keine andere Wahl geblieben, als ein sechsmonatiges Moratorium für die Bedienung seiner Schulden gegenüber internationalen Anleihegläubigern einzufordern.

Südafrika habe seine coronabedingten Restriktionen weiter von Risikostufe 2 auf Level 1 gelockert, was den Weg für die Wiederaufnahme internationaler Flüge frei mache und wodurch die letzten Einschränkungen für wirtschaftliche Aktivitäten aufgehoben würden. Die im Rahmen des totalen Lockdowns im April eingeführten Maßnahmen hätten dem Land im Q2 2020 einen BIP-Rückgang von 17,1% ggü. dem Q2 2019 und damit einen der heftigsten Einbrüche unter den Schwellenländern beschert. Innerhalb des besagten Quartals hätten insgesamt 2,2 Mio. Menschen ihre Arbeit verloren, woraufhin die Erwerbsquote auf 47,3% nach 60,3% im Q1 2020 gesunken sei. Die Notenbank habe unverändert an ihrem Leitzins von 3,5% festgehalten und strukturelle Reformen gefordert, um den Transformationsmechanismus für ihre geldpolitischen Entscheidungen zu verbessern. Aktien hätten 2,2% (MOM) an Wert verloren und der ZAR habe ggü. dem USD 1,1% fester notiert. Alle Aufmerksamkeit gelte nun dem nächsten Budget-Update, das für Oktober erwartet werde.

Das soziale Umfeld Nigerias habe sich nach einer zweistelligen Anhebung der Kraftstoff- und Strompreise aufgeheizt, was die wichtigsten Gewerkschaften dazu veranlasst habe, zu einem Generalstreik aufzurufen. Auf einer öffentlichen Veranstaltung habe Vizepräsident Yemi Osinbajo vor Anlegern eingeräumt, dass sich die Zentralregierung wegen des coronabedingten Rückgangs der Öleinnahmen keine Energiesubventionen mehr leisten könne. Die lokalen Behörden hätten sich jedoch dem wachsenden Druck von Unternehmen und Bevölkerung gebeugt und die Strompreiserhöhung abgeblasen. In Sachen Geldpolitik habe die Zentralbank den Leitzins um 100 Bp auf 11,5% gesenkt, um das Kreditwachstum zu stimulieren, ungeachtet einer weiterhin steigenden HeadlineInflation von über 13% (YOY). Der nigerianische Aktienmarkt habe 5,6% (MOM) fester geschlossen, wobei der Großteil dieses Gewinns zum Monatsende verzeichnet worden sei, als lokale Anleger ihre Barmittel infolge der Zinssenkung der CBN aus fällig werdenden Renteninstrumenten in Aktien umgeschichtet hätten. Die Verfügbarkeit von US-Dollar, die ausländische Anleger für die Devisenrückführung benötigen würden, habe sich nicht groß verbessert.

In Kenia habe die Regierung einige ihre Steuervergünstigungen für Unternehmen und deren Belegschaft über 2020 hinaus verlängert. Lokale Kreditgeber und die Zentralbank des Landes hätten Kreditnehmer weiterhin unterstützt, so dass per Ende August 38% der gesamten Kredite im Bankensektor restrukturiert gewesen seien, nach 9,5% im April. Die kenianische Börse sei auf der Stelle getreten und der KES habe den Monat unverändert zum USD beendet. Die Renditen internationaler Anleihen seien in der zweiten September-Hälfte im Schnitt um 80 Bp in die Höhe geschnellt.

In Ägypten hätten fiskalische und kreditstützende Maßnahmen im Mittelpunkt gestanden. So habe der Finanzminister Steuererhöhungen ausgeschlossen, um damit die Mindereinnahmen in Höhe von EGP 230 Mrd. seit dem Ausbruch von COVID19 auszugleichen. Außerdem habe die Zentralbank einen Plan zur Verdoppelung des Umfangs ihrer Kreditinitiative für die Industrie präsentiert, in deren Rahmen ausgewählten Sektoren Darlehen zu einem subventionierten Zinssatz von 8% angeboten würden, auf EGP 200 Mrd.

Die CBE habe ihren Leitzins um 50 Bp auf 9,25% gesenkt, da sie davon ausgehe, dass sich die Headline-Inflation am unteren Ende ihres Jahresendziels bewege. Dieser Schritt sei auf die Fälligkeit eines einjährigen Depositenzertifikats (CD) der staatlichen National Bank of Egypt mit einer Verzinsung von 15% und die Senkung der Kupons anderer CDs auf 10,2% bis 10,5% von bisher 12 bis 14% gefolgt. Diese Entwicklungen würden darauf schließen lassen, dass die Zentralbank das Risiko einer Dollarisierung infolge des hohen Bargeldumlaufs weniger beunruhige. Ägypten habe eine 5-jährige grüne Anleihe mit einem Kupon von 5,25% im Umfang von USD 750 Mio. begeben. Kleinanleger hätten das Geschehen des EGX 30 bestimmt, der 3,3% gegenüber dem Vormonat eingebüßt habe, da ihr Fokus kleineren Titeln gegolten habe.

Marokko sei mit einer Anleihe über EUR 1 Mrd. in zwei Tranchen (5,5 und 10 Jahre) mit einer Verzinsung von 1,5% und 2,2% an den internationalen Bondmarkt zurückgekehrt. Marokkanische Aktien hätten 1,3% (MOM) nachgegeben, da sich der kurzfristige Ausblick für Unternehmen mit Blick auf die Berichtssaison für das H1 2020 nicht aufgehellt habe.

Die jüngsten Anpassungen bei ägyptischen Depositenzertifikaten und die Leitzinssenkung der Zentralbank seien erste Anzeichen dafür, dass sich Liquiditätslage und Finanzkonditionen in den kommenden Monaten weiter entspannen könnten, was den kurz- bis mittelfristigen Aussichten für Aktien zugute käme. Die Experten der Bellevue Asset Management AG hielten im Berichtsmonat unverändert an ihren Kerninvestments fest. (Stand vom 30.09.2020) (27.10.2020/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
157,34 € 157,64 € -0,30 € -0,19% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0433847240 A0RP3D 195,91 € 131,99 €