AvH Emerging Markets Fonds UI: Value at its best - Fondsanalyse


28.02.17 08:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Schwellenländer zählten zuletzt nicht immer zu den bevorzugten Investmentregionen der Investoren, so die Universal-Investment-GmbH in der aktuellen ChampionsNews-Ausgabe.

Ein Fehler, wie Axel Krohne, Fondsberater des AvH Emerging Markets Fonds UI (ISIN DE000A1145G6 / WKN A1145G, ISIN DE000A1145F8 / WKN A1145F), berichte. Im Gespräch mit ChampionsNews zeige er auf, wie er erfolgreich unterbewertete Titel in den Emerging Markets herausfiltere und warum gerade die Schwellenländer fälschlicherweise als risikoanfälliger dargestellt würden. Krohne sei anerkannter Experte für Emerging Markets und könne mit dieser Strategie bereits in einem US-Vehikel seit Mai 2004 eine Rendite von rund zwölf Prozent im Jahr nach Kosten erzielen.

ChampionsNews: Herr Krohne, Value ist für Sie entscheidend bei der Titelauswahl. Wie fließt Value in Ihren Investmentansatz ein?

Krohne: Bei der Auswahl der Einzeltitel für das Portfolio ist der Fokus auf die Qualität und Substanz von Unternehmen gerichtet, ganz im Sinne des Value-Ansatzes. Es wird immer dann investiert, wenn entsprechende Unternehmen zu einem besonders attraktiven Preis zu haben sind. Wir suchen nach Unternehmen, die wenig verschuldet sind, ein profitables Geschäftsmodell aufweisen und Wachstum versprechen. Außerdem sollten sie ein KGV von fünf oder niedriger aufweisen. Im Durchschnitt liegt das KGV der Titel in unserem Portfolio bei aktuell 7,8, obwohl sich die Titel im vergangenen Jahr bereits sehr gut entwickelt haben. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt derzeit bei 4,6 Prozent.

ChampionsNews: Wie wählen Sie die passenden Unternehmen für das Portfolio aus?

Krohne: Im Portfolio finden Sie ausschließlich Unternehmen, die ihre gesamten Umsätze in den Emerging Markets erzielen. Es werden ausschließlich Unternehmen gekauft, die an den örtlichen Schwellenländerbörsen gehandelt werden, nicht in New York oder London. Ich habe in den letzten 15 Jahren rund 1.000 Unternehmen in 80 Schwellenländern besucht, um mir vor Ort ein genaues Bild von den Firmen zu machen. So habe ich etwa Zementfabriken in Bangladesch und Brauereien in Ecuador besucht, mit Immobilienmaklern in Vietnam und Bankern in Simbabwe gesprochen. Sich einen genauen Überblick zum Unternehmen vor Ort zu verschaffen, ist gerade in den Emerging Markets unerlässlich, aber oftmals muss man sich mit weiteren Insidern vor Ort unterhalten, um dann weitere entscheidende Informationen zu erhalten, die schließlich zu einer Anlageentscheidung führen.

ChampionsNews: Die Schwellenländer gelten immer als sehr schwankungsanfällig und risikoreicher als die etablierten Märkte. Daher fällt es vielen Investoren immer noch schwer, über Fonds direkt in die Emerging Markets breit zu investieren. Was raten Sie diesen Investoren?

Krohne: Anlagen in Emerging Markets schwanken genauso wie jedes andere börsennotierte Investment auch, das sollte man sich bewusst machen. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Schwellenländer sehr spekulativ sind. Schaut man sich das Chance-Risiko-Profil genauer an, spricht vieles für ein Investment in Emerging Markets - vor allem als Beimischung im Gesamtportfolio des Investors. Außerdem korrelieren die Aktien, die sich im Portfolio des AvH Emerging Markets Fonds UI befinden, nur begrenzt mit den Weltbörsen. So spüren etwa russische Aktien aus der zweiten Reihe oder kenianische Titel wenig von den globalen Finanzströmen. Auch sollte man sich vor Auge führen, dass in den letzten 20 Jahren ausschließlich Börsen in den Emerging Markets zu den besten zählten - nicht nur bei der absoluten Rendite, sondern auch beim risikoadjustierten Ertrag.

Ich lasse mich zudem nicht von kurzfristigen Schwankungen irritieren, wenn die fundamentalen Daten einwandfrei sind. So kann derzeit etwa eine grundsolide Aktie eines Duty-Free-Shop-Betreibers in Ägypten mit einer Dividendenrendite von 13 Prozent erworben werden. In Russland gibt es etwa eine Aktie eines Hafenbetreibers, dessen KGV unter vier liegt und eine Dividendenrendite von acht Prozent aufweist. Da nimmt man als Value-Investor auch mal ein schweres Marktumfeld in Kauf. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich auch ein weiteres Beispiel aus der Vergangenheit anführen: So habe ich 2010 in den vietnamesischen Freizeitparkbetreiber Dam Sen Water Park investiert, bei dem sich die Fundamentaldaten trotz der nicht absehbaren Entwicklung des vietnamesischen Marktes durchgesetzt haben. Mit diesem Titel konnte mittlerweile eine Rendite inklusive Dividenden von fast 800 Prozent erzielt werden.

ChampionsNews: In den letzten Jahren haben sich die Schwellenländer im Vergleich zu Europa und den USA schlechter entwickelt. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Krohne: Da haben Sie recht, außerdem haben einzelne Emerging Markets auch beim Wirtschaftswachstum enttäuscht. Hier liegt aber die große Chance des Value-Investors, da es in einem schwierigen Marktumfeld leichter ist, unterbewertete Titel ausfindig zu machen. Besonders kleine Schwellenländer wie Vietnam, Kambodscha und Kenia zählen derzeit zu den wachstumsstärksten Nationen weltweit. Auch wird die wirtschaftliche Dynamik in der Mehrzahl der Emerging Markets deutlicher stärker ausfallen als in den westlichen Nationen. Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben in den Schwellenländern, die noch einen großen Nachholbedarf in vielen Bereichen haben, die sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken werden. (Ausgabe 01/2017) (28.02.2017/fc/a/f)






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