ABSALON-EM Corporate Debt Fonds: EM-Unternehmensanleihen - Das richtige Investment in unsicheren Zeiten?


15.11.19 10:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach einer relativ schwachen Entwicklung von Emerging Markets (EM)-Unternehmensanleihen im Jahr 2018 hat sich dieses Marktsegment im bisherigen Jahresverlauf wieder erholt, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Hartwährungsanleihen von Staaten und auch Unternehmen hätten eine gute Wertentwicklung erzielt. Aufgrund des spürbaren Rückgangs von US-Treasuries hätten Investment-Grade-Emittenten mit längeren Laufzeiten überdurchschnittlich abgeschnitten. Emerging Markets-Unternehmensanleihen der Sektoren Öl, Gas, Metalle und Bergbau hätten in diesem Jahr die beste Wertentwicklung verzeichnet.

Auf regionaler Ebene seien Investment-Grade-Anleihen aus Lateinamerika und Hochzinsanleihen europäischer Schwellenländer dieses Jahr die Spitzenreiter gewesen. Doch wie sehe die Zukunft der Emerging Markets-Unternehmensanleihen aus, wenn das Rezessionsrisiko in den USA und Europa steige? Sune Jensen und Toke Hjortshøj, Portfolio Manager des ABSALON-EM Corporate Debt von Absalon Capital, würden sich näher damit in ihrem Gastbeitrag beschäftigen.

Viele Vermögensverwalter würden künftig damit zu kämpfen haben, dass sich die Anzeichen für eine Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums mehren würden und das Rezessionsrisiko in den USA und Europa steige. Anleger, die Risikopositionen in ihren Portfolios abbauen möchten, sollten nach Erachten von Jensen und Hjortshøj eine Allokation in Emerging Markets-Unternehmensanleihen in Hartwährung in Betracht ziehen. Anleger seien in Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern nach wie vor stark untergewichtet und die Spreads hätten wieder ein attraktives Niveau erreicht - insbesondere bei Hochzinsanleihen.

Ein Vergleich zum Aktienmarkt: Im Jahr 2018 hätten die im MSCI enthaltenen Schwellenländeraktien um 16 Prozent nachgegeben. Im Jahresverlauf 2019 seien sie jedoch bisher nur um 5,5 Prozent angestiegen (Stand: Mitte September). Im gleichen Zeitraum des Jahres 2018 habe der JP Morgan CEMBI BD Index 1,2 Prozent eingebüßt. Dagegen habe er 2019 bisher ein Plus von 10,7 Prozent erzielt. Die Renditen von Hartwährungsanleihen der Emerging Markets hätten größtenteils von den rückläufigen US-Zinsen profitiert. Auch wenn die Märkte für Emerging Markets-Unternehmensanleihen nicht so günstig seien wie 2015, gebe es Bereiche mit Wertpotenzial, die nach Erachten von Jensen und Hjortshøj mit einem aktiven, benchmarkunabhängigen Ansatz erschlossen werden könnten.

Eine aktuelle Forschungsarbeit der Bank of America Merrill Lynch gehe der Frage nach, was die Renditen aus den Schwellenländern beeinflusse ("Where do EM returns come from?"). Diese Studie identifiziere die fünf wichtigsten Ertragsfaktoren von Schwellenmarktanlagen: Globales Wachstum, Geldpolitik der USA, Rohstoffangebot, Kreditaufschläge und spezifische Wachstumsentwicklung der Emerging Markets. Diese Faktoren seien die eigentlichen Risiko- und Renditequellen von Emerging Markets-Portfolios. Die Studie komme zu dem Schluss, dass 70 bis 95 Prozent der Wertentwicklung von Schwellenmarktanlagen auf diese fünf Faktoren zurückzuführen seien.

Investoren würden in Emerging Markets anlegen, um am Faktor Wirtschaftswachstum zu partizipieren. Das globale Wachstum entwickle sich in der Regel gut, wenn sich die Erwartungen für das aktuelle und künftige globale Wachstum verbessern würden. Würden die Wachstumserwartungen nachlassen, würden Schwellenmarktanlagen jedoch zweifellos stärker in den Blickpunkt der Anleger rücken, denn damit könne dieses Faktorrisiko teilweise beseitigt werden.

Aus der Studie gehe ferner hervor, dass mit Emerging Markets-Unternehmensanleihen weitaus höhere risikobereinigte Renditen erzielt worden seien als in den meisten anderen Anlageklassen der Emerging Markets und der Industrienationen - sowohl langfristig, seit dem Jahr 2000, als auch kurzfristig, seit 2010.

In den vergangenen zwei Jahren hätten Hochzinsanleihen der Emerging Markets schlechter abgeschnitten als Emerging Markets-Anleihen mit Investment Grade. Sune Jensen und Toke Hjortshøj seien der Ansicht, dass diese unterdurchschnittliche Wertentwicklung teilweise auf die Herabstufung von Staatsanleihen aus Ländern wie Argentinien, Mexiko und der Türkei zurückzuführen sei, denn dort hätten diese Herabstufungen direkte Auswirkungen auf die Ratings von Unternehmen gehabt.

Dieses Phänomen werde häufig als "sovereign debt ceiling rule" bezeichnet und sei ein gemeinsames Merkmal der Märkte für Emerging Markets-Unternehmensanleihen. Dieser Grundsatz beruhe auf der Annahme, dass in den meisten Ländern Unternehmen keine besseren Kreditkonditionen als der Staat selbst bekommen könnten. Dies bedeute, dass sich die Unternehmens-Ratings im Regelfall verschlechtern würden, wenn es zu einem Downgrade des Ratings des jeweiligen Landes komme. Dabei werde kein Unterschied zwischen Emittenten mit Geschäftsfokus auf den Heimatmarkt und exportorientierten Emittenten gemacht: Bei einer Herabstufung des Landes würden die Ratings all dieser Unternehmen in den Keller rutschen.

Ein gutes Beispiel aus jüngerer Vergangenheit sei Sisecam, ein Unternehmen in das Sune Jensen und Toke Hjortshøj im ABSALON - EM Corporate Debt investiert gewesen seien. Sisecam sei ein türkischer Glashersteller, der fast die Hälfte seiner produzierten Waren exportiere und folglich Umsätze in Hartwährung erziele. Seine Produktionskosten begleiche er dagegen in der Türkischen Lira. Im ersten Halbjahr 2019 habe die Unternehmensbilanz eine Netto-Long-Devisenposition von umgerechnet 471 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Folglich verfüge das Unternehmen über ein starkes Finanzprofil, das zudem von einem beherrschenden Marktanteil und einem starken Geschäftsmodell untermauert werde. Die Bonität des Unternehmens entspräche demnach einem BBB-Rating. Seine Anleihen würden jedoch unter Investment Grade eingestuft - und das in erster Linie deshalb, weil das Unternehmen in der Türkei ansässig sei.

Wie bereits angemerkt, seien die Spreads von Hochzinsanleihen der Emerging Markets in den letzten zwei Jahren allmählich gestiegen und lägen inzwischen 150 Basispunkte über den US-amerikanischen bzw. europäischen Spreads. Hätten die Spreads in der Vergangenheit die Marke von 200 Basispunkten überschritten, sei dies ein guter Einstiegszeitpunkt für Investoren gewesen. Sune Jensen und Toke Hjortshøj, Portfolio Manager des ABSALON-EM Corporate Debt, seien der Ansicht, dass Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern im Vergleich zu ihren Pendants aus den Industrienationen inzwischen ein gutes Wertpotenzial für jene Anleger bereithalten würden, die einen Abbau ihrer Risikopositionen auf der Aktienseite in Betracht ziehen würden. Darüber hinaus könne mit einer Allokation in Emerging Markets-Unternehmensanleihen potenziell ein besseres Risiko-Rendite-Profil erreicht werden als mit einem Aktienengagement in globalen Schwellenländern - insbesondere dann, wenn sich das weltweite Wachstum weiter abschwäche. (Ausgabe 3/2019) (15.11.2019/fc/a/f)






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